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Staubsturm hüllt Sydney ein

Ein spektakulärer roter Staubsturm hat gestern das öffentliche Leben in mehreren australischen Städten lahmgelegt.

Eine mit rotem Staub geladene Sturmfront hat am Morgen in Sydney und Canberra Millionen von Autos orange eingefärbt und das Leben in den beiden Städten zum Stillstand gebracht. Die mit Wüstenstaub aus dem Inland beladenen, heftigen Winde und Regenstürme führten in Sydney zu einem Zusammenbruch des Verkehrs. Am Morgen lag die Stadt in einem gespenstigen, grauorangefarbenen Licht. Zeitweise betrug die Sicht nur wenige Meter. Von der Hafenbrücke aus war das nur einen Steinwurf entfernte Opernhaus mit den sonst gleissend weissen Segeldächern nicht mehr zu erkennen. Flüge mussten in andere Städte umgeleitet werden. Die Fähren im Hafen mussten an den Anlegestellen bleiben, auf den Flughäfen gab es Verspätungen, Ausfälle und Umleitungen. Viele Menschen trugen Atemschutzmasken. Fischer verirrten sich Gefährliche Konsequenzen hatte die Staublawine für Menschen mit Atemproblemen: Ambulanzen waren im Dauereinsatz, Krankenhäuser meldeten, unter Hunderten von notfallmässig eingelieferten Patienten befänden sich auch viele sonst gesunde, junge Jogger, die trotz Warnungen rennen gegangen waren. Nördlich von Brisbane musste die Küstenwache zwei Männer retten, die mit einem Fischerboot unterwegs waren – sie hatten wegen der schlechten Sicht den Rückweg nicht gefunden. Auch die Folge von Erosion Der Staub hatte sich in der Nacht über weite Teile von New South Wales gelegt. Er stammt aus dem ausgetrockneten Westen des Bundesstaates. Zwar war dieser Sturm der spektakulärste in 70 Jahren, ungewöhnlich aber ist das Phänomen nicht. Jedes Jahr trägt der Wind Hunderte von Millionen Tonnen Sand und trockene, pulverisierte Erde aus dem Inland in die Küstengebiete und schliesslich ins Meer. Da der Staub in der Regel in höheren Luftschichten transportiert wird, merkt die Bevölkerung selten etwas davon. Ein Grund für den massiven Verlust auch von fruchtbarem Humus ist Erosion. Um Nutzflächen zu gewinnen, rodeten australische Landwirte auch im letzten Jahr mehrere hunderttausend Hektaren Wald- und Buschland. Dabei verlieren die oberen Humusschichten ihren Halt und können von Winden abgetragen werden. Urs Wälterlin, Sydney/dpa >

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