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Steueramnestie beschert erneut grosse Beträge

Im Kanton Zürich haben sich im letzten Jahr 1000 Steuersünder selbst angezeigt. Auch Gemeinden im Bezirk Meilen haben davon profitiert.

Von Marco Huber Zum zweiten Mal schon kommen die Gemeinden im Bezirk Meilen zu unverhofften zusätzlichen Einnahmen. Grund ist die Anfang 2010 eingeführte kleine Steueramnestie. Wer bewusst oder unbewusst Steuern hinterzogen hat, kann sich beim Kanton selber anzeigen und kommt ohne Busse davon. Früher betrug die Busse 20 Prozent der Nachsteuern der letzten zehn Jahre. Am Mittwoch hat die kantonale Finanzdirektion die Zahlen für 2011 bekannt gegeben. Es sind rund 1000 Selbstanzeigen eingegangen, 400 weniger als im Jahr zuvor. Dennoch spricht die Finanzdirektion erneut von einem erfolgreichen Jahr. Gesamthaft brachte die Steueramnestie dem Kanton und den Gemeinden 53 Millionen Franken an Nachsteuern ein. Damit wurde letztes Jahr Schwarzgeld im Umfang von 612 Millionen Franken offengelegt. Eine Million für Erlenbach Diese Mehrerträge sind bei den Gemeinden an der Goldküste gerne gesehen. Das Erlenbacher Steueramt durfte sich 2010 über 1 Million Franken aus Nach- und Strafsteuern freuen. «Das war mehr, als wir budgetiert hatten», sagt Steuersekretär Rolf Walther. Die Hälfte der Fälle waren auf Selbstanzeigen zurückzuführen. Ertragsmässig haben die Selbstanzeigen gemäss Walther rund 90 Prozent aller Fälle von Nachbesteuerung ausgemacht. Die Zahlen sind allerdings nicht konstant. 2011 bescherte die kleine Steueramnestie Erlenbach 100 000 Franken aus Nach- und Strafsteuern. Die Zahlen variieren deshalb so stark, weil es je nach Fall um grössere oder kleinere Beträge geht, die der Steuerzahler vergessen hat zu deklarieren. Budgetierung eine «Lotterie» Dass die Erträge aus Nachbesteuerungsverfahren inkonstant sind, zeigen auch die Beispiele von Meilen und Küsnacht. In Meilen durfte sich der Fiskus 2010 über Zusatzerträge in der Höhe von 670 000 Franken freuen. Im zweiten Jahr nach Einführung der kleinen Steueramnestie waren es bloss 75 000 Franken. Küsnacht nahm im Jahr 2010 1,3 Millionen Franken Nachsteuern ein. 2009, als eine Selbstanzeige noch nicht straffrei war, waren es 144 000 Franken. «Die Budgetierung dieser Erträge ist eine Lotterie», sagt Küsnachts Gemeindeschreiber Peter Wettstein. Für das Jahr 2011 hat Küsnacht eine Million budgetiert. Per Ende November hat die Gemeinde 560 000 Franken zusätzlich eingenommen. 56 Fälle in Zollikon In Stäfa haben die Fälle von Nachbesteuerungen gegenüber dem Vorjahr zugenommen. 17 waren es 2010, im letzten Jahr waren es 29 Fälle. Konkret zu sagen, wie viele dieser Fälle auf Selbstanzeigen zurückzuführen sind, ist laut dem Stäfner Steueramt nicht möglich. Anders in Hombrechtikon. Dort spricht die Gemeinde von zwei Selbstanzeigen im vergangenen Jahr. Dies sei gemäss dem stellvertretenden Gemeindeschreiber Hansueli Nüssli in etwa gleich wie 2010. Das Zolliker Steueramt war im letzten Jahr mit total 56 Fällen von Nachbesteuerungen beschäftigt. Die Hälfte davon geht laut Gemeindeschreiberin Regula Bach auf Selbstanzeigen zurück. Die restlichen Bezirksgemeinden sprechen von wenigen Selbstanzeigen. Eine Selbstanzeige erfolgt schriftlich. Wer sich für einen Steuersünder hält und versäumt hat, gewisse Einkünfte zu deklarieren, schreibt dem kantonalen Steueramt einen Brief und legt dem Schreiben entsprechende Dokumente wie Bankkontoauszüge oder Auszüge des Wertschriftendepots bei. Der Kanton bearbeitet die Fälle und fordert die zusätzlichen Steuern ein. Nachher überweist er den Gemeinden das ihnen zustehende Geld.

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