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Streng, und mit einer klaren Linie

Dominik Heldes Engagement bei den NLA-Fussballerinnen von GC ist nach nur wenigen Monaten zu Ende. Der neue Trainer Zeljko Belanic debütiert morgen Samstag im wichtigen Spiel gegen Staad.

Von David Schweizer Ein guter Trainer sei er, fachlich unbestritten, sagt GC-Sportchef Sandro Piccirilli. Gut genug war er offenbar doch nicht. Denn nach nur vier Monaten Amtszeit musste Dominik Helde als Trainer bereits wieder gehen &endash wegen unterschiedlicher Auffassungen über den Frauen-Spitzenfussball &endash wie es in einem Communiqué des Vereins heisst. Gegen ihn sprachen zuletzt vor allem die Resultate. Die letzten vier Spiele in der Nationalliga A gingen allesamt verloren. Dazu scheiterte GC bereits in der 2. Hauptrunde des Schweizer Cups an Schlieren (0:1). Das letzte Erfolgserlebnis in der Liga liegt fast zwei Monate zurück. «Die Resultate haben halt nicht gestimmt», findet Captain Daniela Schwarz. «Das ist aber kein Vorwurf an Helde.» Der Trainer («Ich war schockiert über die Entlassung») hatte nämlich auch ein schwieriges Erbe vom langjährigen Coach Thomas Pfyl übernommen. Mit Chantal Fimian (zu Basel), Vanessa Pittet (YB), Barbara Beutler (FCZ), Gaëlle Thalmann (Lok Leipzig/De) verliessen gleich vier Spielerinnen aus dem Kreis des Nationalteams zum Saisonende den Klub. Daneben trat die erfahrene Janine Partzsch zurück. Neu dazu kamen, mit Ausnahme von Isabelle Hugentobler (30/von Rapperswil-Jona), vorwiegend Nachwuchskräfte. Mitte September kehrte zumindest noch Caroline Müller (zuletzt Levante/Sp) zu den Grasshoppers zurück. «Helde wusste vom Substanzverlust. Wir legten ihm auch keinen Druck auf», hält Piccirilli fest. Nicht an der Leistungsgrenze Gemäss dem Sportchef habe es nach der Niederlagenserie zwei mögliche Szenarien gegeben &endash an Helde festzuhalten oder sofort einen Wechsel zu vollziehen. «Wir zogen es vor, zu reagieren.» Piccirilli sah beim 31-Jährigen gute Trainingsinhalte, aber auch Defizite. «Die Intensität in den Einheiten fehlte zum Teil. Die Spielerinnen sind vielleicht im Unterbewusstsein zu 5 bis 10 Prozent nicht an ihre Leistungsgrenze gegangen. Entsprechend machten sie nicht die gewünschten Fortschritte. Vielleicht haben wir Helde auch zu wenig unterstützt», meint er selbstkritisch. So oder so: Für den in Gailingen wohnhaften Deutschen endet damit nach dem eineinhalbjährigen Engagement beim FC Bülach als Sportchef («In erster Linie bin ich Fussballtrainer. Das hat mir gefehlt.») auch die Zeit bei GC unbefriedigend. Ein ganz anderer Typ ist ganz offensichtlich Heldes Nachfolger ad interim, Zeljko Belanic. «Als Respekts- und Autoritätsperson», beschreibt ihn Sportchef Piccirilli. Spielerin Schwarz hat den neuen Mann als strengen Trainer mit einer klaren Linie kennen gelernt. Der 40-Jährige coacht zunächst bis zur Winterpause den Tabellenachten der Frauen-NLA. Unterstützt wird er vom bisherigen Assistenten Luca Pasanisi. «Die Lösung ist nicht in Stein gemeisselt. Die beiden können sich jetzt mal beschnuppern», sagt Piccirilli. Belanic betreute bei den Grasshoppers bisher die U-17-Junioren. «Die beiden Traineraufgaben gehen aneinander vorbei. Das ist kein Problem», so der Kroate. Rund 50 Prozent betrug sein bisheriges Pensum beim Super-League-Verein. Den zusätzlichen Aufwand habe man noch nicht definiert, bemerkt Belanic. Er kann sich aber auch vorstellen, über das Jahr hinaus sein neues Team weiter zu führen. Assistent von Miroslav Blazevic In seiner Heimat assistierte er Miroslav Blazevic beim Erstligisten NK Zagreb. Der heute 76-jährige Blazevic lancierte seine Trainerkarriere einst in der Schweiz und war in den 80er-Jahren auch mal bei GC tätig und wurde Meister (1984). Später führte Belanic gemeinsam mit dem früheren Nationalstürmer Igor Pamic (u. a. Hansa Rostock, Sochaux) den NK Karlovac von der 3. bis in die 1. Liga Kroatiens. «Unter mir wurden 40 bis 50 Spieler zu Profis», sagt er stolz. Belanic, der zuvor noch nie ein Frauenteam coachte, hat einen ersten positiven Eindruck von seinen neuen Spielerinnen gewonnen. «Sie geben Gas. Die Jungen haben ein grosses Potenzial», ist er überzeugt. Am letzten Sonntag beobachtete er erstmals die U-18-Juniorinnen von GC in der Partie gegen das Team YB/Seeland (4:3). «Ich habe viel Leidenschaft und Qualität gesehen», meint er begeistert. Am Samstag gilt es auch für ihn erstmals im wegweisenden Spiel gegen Staad ernst (GC-Campus Nieder-hasli, 19 Uhr). «Ich bin gespannt, ob sie das Gelernte der ersten Trainingswoche umsetzen», sagt Belanic. «Der erste Eindruck vom Training ist positiv. Die Spielerinnen geben Gas. Die Jungen haben grosses Potenzial.» Zeljko Belanic

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