Zum Hauptinhalt springen

Teure Container aus Kloten

Die Stadt Dübendorf empfiehlt den Hausbesitzern Abfallcontainer der Klotener Firma Frei zum Kauf. Dabei sind diese mehr als doppelt so teuer wie jene eines lokalen Anbieters.

Von Manuela Moser Dübendorf/Kloten – Seit Anfang Jahr müssen alle Dübendorfer ihre Abfallsäcke in einem Container entsorgen. So schreibt es das neue Abfallkonzept der Stadt vor. Für rote Köpfe sorgt der Preis dieser 240-Liter-Container: Der Anbieter, den die Stadt empfiehlt, die Firma Frei Logistik und Recycling aus Kloten, verlangt dafür 210 Franken – der Dübendorfer Beat Pfister dagegen nur 85 Franken. Heinrich Frei sagt, seine Container seien von besserer Qualität, sie würden mindestens 20 Jahre lang halten. Zudem biete er Dienstleistungen wie die Mithilfe bei der Suche nach dem idealen Standort oder den kostenlosen Austausch, wenn der Container nicht den Vorstellungen entspreche. «Wir leeren jeden Tag 2500 Container, also 10 000 pro Woche. Damit verfügen wir über eine langjährige Erfahrung im Bereich Container und Entsorgung.» Sein Konkurrent Pfister sagt, dass der Einstandspreis des Containers rund 50 Franken betrage. Seine Container und die seines Konkurrenten würden die gleiche Qualität aufweisen; schliesslich würden sie die Container beim gleichen Anbieter beziehen. Die grosse Preisdifferenz ist unterdessen auch im Dübendorfer Stadtrat ein Thema. Tiefbau- und Entsorgungsvorstand Jürgen Besmer (FDP) will diese untersuchen. «Wir klären ab, aus welchem Material die Container der beiden Anbieter sind», sagt er. Er vermutet, dass der billigere hauptsächlich aus Recyclingmaterial besteht – der teurere aber aus Kunststoff. «Das Resultat werden wir allerdings erst in zwei Wochen vorliegen haben.» Auf die Frage, ob die Stadt nicht vorher hätte abklären sollen, wo die Bewohner die günstigsten Container erhalten, sagt Besmer: «Wir haben Frei empfohlen, weil er der offizielle Entsorger der Stadt ist.» Freis Firma entsorgt nicht nur in Dübendorf den Abfall. Bei Submissionsverfahren ergattert er wegen seiner tiefen Preise immer wieder Aufträge von Gemeinden in der Region. Das wird er in Dübendorf auch für die nächste Zeit machen: Laut Besmer hat die Stadt erst im letzten Jahr den Vertrag mit Frei um vier Jahre verlängert. «Er war eindeutig der günstigste Anbieter», sagt der Stadtrat. Konkret sei er 30 Prozent billiger als die andern fünf Mitbewerber gewesen. Frei als Kantonsrat abgewählt Der Klotener Heinrich Frei machte in der Vergangenheit wiederholt Schlagzeilen in der Presse: So war Anfang 2011 aufgeflogen, dass er seinen Wohnsitz ins steuergünstige Winkel verlegt hatte – aber nie dort gewohnt hat. Dafür wurde der SVPler mit der Abwahl aus dem Kantonsrat bestraft. Vor acht Jahren stand Frei zudem wegen unfairer Arbeitsverträge in der Kritik. Diese beinhalteten angeblich unerlaubte Lohnabzüge, sogenannte Negativboni, sowie einen nicht festgelegten 13. Monatslohn. Der Klotener Unternehmer stritt damals alles ab. Die Firma Frei entsorgt in Dübendorf den Abfall günstig, ihre Container kosten aber viel mehr als die der Konkurrenz. Foto: Manuela Moser

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch