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Thomas Matter wirbt um die Wählergunst

Der Banker Thomas Matter möchte für die SVP in den Nationalrat. Im Fall einer Wahl will er seinen Lohn einem Hilfswerk spenden.

Von Benno Gasser Zürich – Der millionenschwere Banker und Zürcher SVP-Nationalratskandidat hat angekündigt, dass er als Parlamentarier seinen Lohn spenden werde. Dies melden verschiedene Sonntagszeitungen. Damit verzichtet der 45-Jährige auf rund 100 000 Franken pro Jahr. Das Geld soll der Schweizer Stiftung El Refugio zugute kommen, die sich in Honduras um Waisen- und Strassenkinder kümmert. Matters Mutter ist Vizepräsidentin der Stiftung. Thomas Matter wehrt sich gegen den Vorwurf, mit dem Lohnverzicht gehe er bloss auf Stimmenfang. «Der Erfolg der Schweiz beruht darauf, dass Politik von Menschen gestaltet wird, die mit beiden Füssen auf dem Boden stehen und die Bedürfnisse der Bevölkerung aus eigener Erfahrung kennen», sagte er zum «SonntagsBlick». Viele Nationalräte seien aber quasi Berufspolitiker und hätten damit kein Verständnis mehr für die Sorgen der Bevölkerung. Matter belegt den Listenplatz 25. Ursprünglich wollte er laut dem «Sonntag» auf den Politikersold verzichten, was aber nicht möglich ist, weil der Einkommensteil automatisch erhoben wird und steuer- und sozialversicherungspflichtig ist. Deshalb will er den Lohn nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen spenden. Gegenüber dem TA wollte sich Matter nicht zu seiner Lohnspende äussern. Schon länger politisch aktiv Thomas Matter, aufgewachsen in Baselland und Sohn des langjährigen Roche-PK-Chefs Peter Matter, galt in den 90er-Jahren als Galionsfigur ehrgeiziger Jungbanker. Im Jahr 2005 fusionierte er seine Swissfirst mit der Bank am Bellevue. Nach Berichten in den Medien, er habe bei der Fusion einzelne Aktionäre bevorzugt behandelt, trat er als CEO von Swissfirst zurück. Juristisch blieb an ihm nichts hängen. Anfang dieses Jahres gründete er die Neue Helvetische Bank im Zürcher Seefeld, die sich an Unternehmer und vermögende Privatkunden richtet. Matter, dessen Vermögen auf 100 bis 200 Millionen Franken geschätzt wird, lebt mit seiner zweiten Frau Marion und einer gemeinsamen kleinen Tochter in einer luxuriösen Villa in Meilen. In der Vergangenheit engagierte er sich bereits mehrfach bei Volksabstimmungen: Erfolgreich bekämpfte er die Krankenkasseninitiative, verhalf dem Abkommen zur Personenfreizügigkeit zum Durchbruch und weibelte jüngst gegen die SP-Steuerinitiative. Thomas Matter.

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