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Titel (max. 2-zeilig)Kraftwerk Rheinau ist nun sicherer – ein Restrisiko für Badende bleibt

Unterzeile (max. 2-zeilig) Dies ist der Artikeltext. Er wiederholt sich jetzt mehrfach. Ein Weiterlesen ist nicht erforderlich. Nach der «Flutwelle» von Rheinau erwägt der Kanton, die Sicherheit bei allen Flusskraftwerken überprüfen zu lassen.

Von Stefan Häne Rheinau/Zürich – In der Rheinschlaufe, einem beliebten Badeplatz, warnen künftig Tafeln vor einem raschen Anstieg des Wassers und den damit verbundenen Risiken. Das Elektrizitätswerk Rheinau, das zu je 50 Prozent der Axpo und dem deutschen Energieversorger ENBW Kraftwerke gehört, reagiert damit auf einen Vorfall vom vergangenen August: Wegen eines Softwarefehlers im Kraftwerk öffnete sich das Hauptwehr unkontrolliert. Augenzeugen beobachteten eine «Flutwelle». In der Folge wies das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) die Kraftwerkbetreiber an, den Vorfall zu untersuchen und die Lehren daraus zu ziehen, dies in Absprache mit den Anrainergemeinden, dem Bundesamt für Energie (BFE) und den deutschen Behörden. Zu den Neuerungen gehört nebst den Warntafeln ein Alarmdispositiv, das die Zuständigkeiten und den Informationsaustausch zwischen Kraftwerk, Polizei, Gemeinden und weiteren Behörden regelt. Zwar alarmierten die Kraftwerkbetreiber am 24. August umgehend die Polizei, doch wusste diese nicht, wie sie den Vorfall einschätzen musste, wie Awel-Fachmann Christoph Noll sagt. Als weitere Massnahme wurden die Abläufe bei Wartungsarbeiten standardisiert. Eine Checkliste soll gewährleisten, dass die rechte Hand weiss, was die linke tut. Beim Vorfall vom August war dem nicht so: Die Kraftwerkbetreiber waren nicht im Bild, dass ein externer Fachmann eine Softwarekomponente, die den Wasserabfluss im Kraftwerk beeinflusst, neu startete und so eine Fehlsteuerung beim Hauptwehr auslöste. Keine neuen Badeverbote Allen Verbesserungen zum Trotz lassen sich weitere Vorfälle nicht ganz ausschliessen, wie Noll einräumt. Würden etwa die Kraftwerksturbinen irrtümlicherweise abrupt abgeschaltet und geschlossen, nähme der Wasserdurchfluss in der Rheinschlaufe und damit die Strömung innerhalb von 15 bis 20 Minuten stark zu. Es bliebe zwar genügend Zeit, um sich aus der Gefahrenzone zu entfernen, sagt Noll. Aber es bestehe die Gefahr, dass sich Badende in der anwachsenden Strömung vergnügten, statt diese als Warnsignal zu verstehen und das Wasser zu verlassen: «Sie könnten über die in der Rheinschlaufe gelegenen Hilfswehre getrieben werden, was gefährlich ist.» Gleichwohl sehen die Behörden davon ab, die Badeverbotszonen in der Rheinschlaufe auszuweiten oder akustische Warnanlagen zu installieren. «Das wäre übertrieben», findet Noll. Überprüfung auch im Aargau Als Reaktion auf den Fall Rheinau prüft das Awel, alle Kraftwerkbetreiber im Kanton anzuschreiben – mit der Aufforderung, die Sicherheit zu überprüfen. Betroffen davon wäre etwa das Kraftwerk Dietikon, das den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) gehört und wie Rheinau über ein Wehr und eine Restwasserstrecke verfügt. Bereits gehandelt hat das Bundesamt für Energie: Als Konzessionsbehörde zuständig für Kraftwerke entlang der Landesgrenze, hat es sich von den Betreibern des Wasserkraftwerks Albbruck-Dogern am Hochrhein im Kanton Aargau über den Stand der Sicherheit informieren lassen. BFE-Sprecherin Sabine Hirsbrunner zieht ein positives Fazit: «Die Sicherheit ist gewährleistet.» Der Bund plane nun aber nicht, bei anderen, ganz auf Schweizer Gebiet liegenden Flusskraftwerken aktiv zu werden; dies sei Aufgabe der Kantone.

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