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Titel (max. 3-zeilig) TitelMaiers Trennungsschmerz und Aepplis Freudengesang

Glosse & Gehört Gesehen & gehört Der Kantonsrat tagt seit Mai in neuer Zusammensetzung, und trotzdem gibt es noch keinen Sitzplan. Spart der Kanton beim Service public? Claudio Stutz von den Parlamentsdiensten gab gestern Entwarnung. Es werde mit dem Druck nur noch gewartet, bis jene vier ersetzt seien, die in den Nationalrat abwanderten. Da kann Stutz womöglich noch lange warten. Martin Naef (SP) zum Beispiel steckt als Mitglied der PUK zur BVK mitten in Anhörungen zum Pensionskassenskandal. Diese komplexe Materie will Naef vorderhand niemand anderem aus der SP zumuten. Mindestens bis Ende Januar, aber vielleicht auch bis April wird Nationalrat Naef darum Kantonsrat bleiben. Etwas anders liegt die Sache bei Neo-Nationalrat Thomas Maier (GLP). Er ist zwar gestern aus der PUK ausgetreten und macht seiner «ausgezeichneten» Kollegin Rahel Walti Platz. Doch im Kantonsrat will Maier trotzdem noch etwas bleiben. Gründe nennt er gleich mehrere: Erstens verzögert sich bei den Grünliberalen die Suche nach einem neuen Fraktionschef, zweitens will Maier in der Budgetdebatte noch sein «Know-how» in die Waagschale werfen, und drittens hängt er einfach «emotional noch sehr am Kantonsratsmandat». Ruck, zuck zurückgetreten ist Nationalrat Lothar Ziörjen (BDP). Auch Nationalrat Thomas Hardegger (SP) will den Kantonsrat verlassen, «sobald Nachfolger Marcel Burlet fürs Comeback im Kantonsrat bereit ist». * Hardegger hat im Moment ohnehin andere Sorgen als Kantons- und Nationalrat. Er kämpft gegen den Pistenausbau und führte übers Wochenende am Flughafen einen Marsch der Empörten an. Kopfzerbrechen bereitet ihm ein Interview in der NZZ. Dort vertritt ausgerechnet Parteikollege und Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger das Gegenteil. Leuenberger sei eben in erster Linie Firmensprecher des Baukonzerns Implenia, versucht Hardegger die Diskrepanz zu erklären. Ein Sozialdemokrat, der gegen die Parteiparole für potenzielle Milliardenaufträge eines Baumultis kämpft? In der SP dürfe man eben unterschiedlicher Meinung sein, sagt Hardegger. Das gelte in anderen Parteien ja auch. Am Wochenende marschierten mit den Demonstranten die Höremer Gemeindepräsidentin Ursula Moor (SVP), der Winterthurer Stadtrat Michael Künzle (CVP), der Dälliker Gemeindepräsident René Bitterli (FDP) oder sein Regensdorfer Amtskollege Max Walter (SVP) mit. Für alle gilt: Ihre Parteien sind anderer Meinung. * In Sachen Flugpisten sind gemäss Leuenberger alle SP-Vertreter in «verantwortungsvollen Funktionen» anderer Meinung. Zu ihnen gehören Stadtpräsidentin Corine Mauch oder Regierungsrätin Regine Aeppli. Letztere hat am letzten Donnerstag an der Herbstversammlung der Zürcher Schulpräsidenten für Aufsehen gesorgt. Als Zugabe zu ihrer Rede sang sie ein «Happy Birthday» für den Wädenswiler Schulpräsidenten Johannes Zollinger (EVP). Er geht wegen einer Operation an Stöcken und feierte seinen 63. * Zum Schluss noch eine Randnotiz: Baudirektor Markus Kägi (SVP) fragte gestern im Kantonsrat, ob im Saal noch jemand ohne Handy sitze. Die Frage ergab zwei Treffer: Die Grünen Robert Brunner und Max Homberger kommen ohne aus. Daniel Schneebeli

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