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Tödliche Messerstecherei: Täter nächste Woche vor Gericht

Im Holzmoosrüti-Quartier in Wädenswil wurde Anfang 2010 ein Mann erstochen. Die Tat verunsicherte das Quartier und rief Politiker auf den Plan.

Von Daniela Haag Wädenswil &endash Es scheint, als handelte es sich um einen Streit zwischen zwei Familien. Auf der einen Seite befinden sich drei Brüder &endash hier Z. genannt &endash zusammen mit einem vierten Mann. Sie sitzen auf der Anklagebank. Auf der anderen Seite sind die zwei Brüder I. Wieso sich die beiden Familien am späten Nachmittag des 15. Februar 2010 stritten, wird sich erst im Verlaufe des Prozesses zeigen. Weder der Staatsanwalt noch der Bezirksrichter wollen vor Verhandlungsbeginn Angaben machen. Drei gegen einen Bekannt ist aber, wie sich die gewaltsame Auseinandersetzung abspielte. Die drei Brüder Z. gingen offensichtlich aggressiv und brutal auf das Brüderpaar I. los. Staatsanwalt Rolf von Allmen beschreibt in der Anklageschrift, wie die Brüder Z. zusammen mit dem Begleiter mit einem Messer, Armierungseisen und einem Schraubenzieher bewaffnet am Nachmittag des 15. Februar 2010 in die Parterrewohnung der Holzmoosrütistrasse 24 in Wädenswil eindrangen. Dort stritten sich zuvor die Brüder I. mit einem Bewohner. Drei Männer griffen das spätere Todesopfer, einen 27-jährigen Mann, an. Zuerst schlug ihm der heute 25-jährige und damit jüngste der Brüder Z. ein 40 Zentimeter langes Armierungseisen zweimal auf den Kopf. Dann stach ihm der 26-jährige Täter, der mittlere der Brüder Z., das Messer ins Herz. Das Opfer verblutete innert Minuten. In dieser Zeit griff der älteste der Brüder Z., der heute 30 Jahre alt ist, den Bruder des Todesopfers mit dem Schraubenzieher an. Als dieser nach seinem Bruder sehen wollte, verletzte ihn der 25-jährige Z. mit dem Armierungseisen am Kopf. Ebenfalls auf der Anklagebank sitzt der Begleiter der drei Brüder Z. Einerseits hielt er während des Streites, der sich aus der Wohnung ins Treppenhaus verlagerte, abwechslungsweise die Opfer fest. Andererseits räumte er die Waffen zusammen und versteckte sie mit Diebesgut in einem Lichtschacht. Ob dieses Diebesgut beim Streit eine Rolle spielte, wird sich zeigen. Kein Problemquartier Der Staatsanwalt wirft dem heute 26-jährigen Haupttäter vorsätzliche Tötung vor. Seine beiden Brüder müssen sich wegen mehrfacher Körperverletzung beziehungsweise versuchter Körperverletzung und Angriffs verantworten. Sie sind Schweizer türkischer Abstammung. Der 27-jährige Begleiter aus Serbien-Montenegro ist des Angriffs und der mehrfachen Begünstigung angeklagt. Der Haupttäter wurde zwei Tage nach der Bluttat verhaftet und sitzt nach wie vor im Gefängnis. Die drei Mitangeklagten kamen nach zwei Monaten wieder auf freien Fuss. Der Prozess gegen die drei Brüder Z. und den Begleiter beginnt nächsten Dienstag. Der Prozess dürfte im Holzmoosrüti-Quartier alte Wunden aufreissen. Weil sich viele Personen ängstigten, erhöhte die Polizei ihre Präsenz. Anwohner und Politiker sprachen von einem Problemquartier. Der damalige Sicherheitsvorsteher und heutige Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) entgegnete, es handle sich nicht um ein Problemquartier.

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