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Trainer verzweifelt gesucht

Die Fussballklubs am rechten Zürichseeufer finden nur mit Mühe genügend Trainer für ihre Junioren. Einige gehen deshalb in die Offensive.

Von Marco Huber Der Trainer verteilt Überziehleibchen an seine Junioren. «Die Blauen da hinüber, die Roten bleiben hier», weist er sie an. Die Kinder stellen sich auf. Der Trainer nimmt einen Ball und kickt aus. Das Spiel kann beginnen. Fast täglich spielt sich diese Situation auf einem Fussballplatz in der Region ab. Der Sport liegt bei Kindern hoch im Kurs. Doch genügend Trainer zu finden, ist für die Vereine nicht leicht. So zum Beispiel in Zollikon. Kaum eine Vorstandssitzung, an der das Thema Trainermangel kein Traktandum ist. «Vor allem bei den älteren Juniorenmannschaften ist die Trainersuche schwierig», sagt Präsident Andreas Roca. Denn dafür brauche es Leute mit Trainerdiplom. Bei den jüngeren Junioren ist die Situation eine andere. Um eine E-Junioren-Mannschaft &endash also Kinder im Alter von sieben bis acht Jahren &endash zu trainieren, braucht es kein Diplom. «Dort stellen sich oft Väter als Trainer zur Verfügung», sagt Roca. Momentan hat der SC Zollikon genügend Trainer. «Doch dies kann sich schnell wieder ändern», sagt der Präsident. 2000 Franken Lohn im Jahr Für Roca ist es denkbar, dass er seine Trainer künftig besser entschädigt. In der Regel arbeiten Juniorentrainer unentgeltlich, bekommen aber vom Verein eine Spesenpauschale. An der Goldküste bewegt sich diese zwischen einigen Hundert und 2000 Franken pro Jahr. Der FC Küsnacht kommt in Sachen Trainer ebenfalls nur knapp über die Runden. Für FCK-Präsident Heinz Gross liegt der Grund auf der Hand: «Das Verhältnis zwischen der Anzahl der Junioren und der der Aktiven hat sich enorm verändert.» Der Grossteil der Vereinsmitglieder seien Kinder. Der FCK will dem Personalproblem entgegenwirken. «Wir werden wohl neue Wege gehen müssen», sagt Heinz Gross. Konkret will der Präsident sechs Leiterfunktionen für die verschiedenen Alterskategorien schaffen. Diese Leiter würden sich dann individuell um die Trainersuche kümmern. Keine Zeit oder kein Interesse Kaum Schwierigkeiten, Trainer zu finden, haben hingegen der FC Herrliberg und der FC Männedorf. Allerdings sei dies nur eine Momentaufnahme, heisst es aus beiden Vereinen. Herrliberg stellt mit 29 Mannschaften die meisten Teams aller Vereine am rechten Seeufer. Der FC Stäfa will demnächst beim Zürcher Fussballverband zwei neue Juniorenmannschaften anmelden und befindet sich dafür auf Trainersuche. Präsident Roger Küng ist zuversichtlich. «In der Regel finden wir genug Trainer, wenn auch mit Mühe», sagt er. Viele Leute hätten jedoch heutzutage keine Zeit oder kein Interesse mehr, sich zu engagieren. Aus Oetwil klingt es ähnlich. Es seien aber alle Posten besetzt, sagt Präsident Toni Hofstetter. Auch der FC Meilen hat momentan keine Trainervakanzen mehr. «Das Suchen hat aber lange gedauert», sagt Präsident Tobias Ellenberger. Das Problem beschränkt sich in Meilen auf die jüngeren Junioren. Diese trainieren früh, da die Sportanlage Allmend später von anderen Mannschaften beansprucht wird. «Es ist schwer, Leute zu finden, die um 17 Uhr auf dem Fussballplatz sein können», sagt Ellenberger. Zurzeit kann der FC Meilen deshalb keine Junioren mehr aufnehmen.

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