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Tribut für einen Heiligen des Rock

Der Bruce-Springsteen-Abend bescherte der Kirche Bäretswil am Wochenende ein volles Haus.

Von Imre Mesterhazy Bäretswil &endash Die Quadratur des Kreises ist ein klassisches Problem der Geometrie. Die Aufgabe besteht darin, aus einem gegebenen Kreis in endlich vielen Schritten ein Quadrat mit demselben Flächeninhalt zu konstruieren. Eine ähnlich schwierige Aufgabe stellte sich am Samstag in der Kirche Bäretswil Solo-Interpreten, Bands und einem Gospelchor, die ihre Versionen von Springsteen-Songs präsentierten. Denn nicht jeder Song und Musikstil ist einfach zu covern. Bei einem Volkslied oder einem zur Hymne gewordenen Rocksong haben es Interpreten leicht, rüberzubringen, was der Song bereits in sich trägt. Äusserst anspruchsvoll wird es paradoxerweise, wenn das musikalische Grundgerüst schlicht und eindringlich ist. Oder bei einer unverkennbaren Singstimme, über die ein Bruce Springsteen nun mal verfügt. Hat der zu covernde Künstler zudem einen charismatischen Bühnenauftritt, wird es schwierig. Und weilt so ein Star noch unter den Lebenden und gibt selber noch Konzerte, wird es für jeden Adepten eine Herausforderung, daraus ein Quadrat mit annähernd demselben Flächeninhalt zu schaffen. Italienischer Bannstrahl Die Organisatoren Enrico Marzorati, Richi Kofler, Remo Dubacher und Thomas Mäusli, allesamt bekennende Springsteen-Verehrer, waren aber überzeugt, ihrem Vorbild mit dem Anlass gerecht zu werden. Keinen Zweifel am Gelingen hegten auch die schon vor Türöffnung um 17 Uhr vor der Kirche versammelten 350 Gäste. Sie strömten in die ehrwürdige Kirche, die sich ganz füllte. Eine grosszügige Bühne unter der Kanzel bildete mit dem 40-köpfigen Gospelchor unter der Leitung von Christine Heise quasi das Gerüst der Session. Den Anfang machte Thomas Mäusli am Piano, und mit dem Song «Jungleland» war klar, dass er stimmlich auf Bruce Springsteen eingeschworen ist. Mit den Songs «Amen» und «This Little Light of Mine» zeigte der Gospelchor sein Können. Extra für den Abend angereist war Guido Marzorati. Der junge Cantautore aus Venedig, der mit der Band The Blugos zusammen bereits seine zweite CD eingespielt hat, zog mit «Born to Run» das Publikum in seinen Bann. «Dry Lightning» sei für ihn in den 90ern der Schlüssel für den Zugang zu Springsteens Songs gewesen, sagte er und wurde nach «American Skin» bei «We Shall Overcome» vom Chor grossartig unterstützt. Fast zu viel des Guten Das Quartett By the Way mit David Kilchör, Angela Kilchör, Marc Bodenmann und Rachel Bagdasarianz bewiesen mit fünf Songs, dass auch sie den Ansprüchen einer Springsteen-Session gerecht werden können. Die Lokalmatadoren der Band Booze schliesslich &endash das sind die Mundartrocker Thomas Mäusli, der bereits zu Beginn des Abends seinen Solo-Einstand gab, José Wälty, Goran Vitkovic, Bruno Bertelle und Tino Höchli &endash spielten das Publikum in eine Ekstase. Unterstützt vom Italiener Guido Marzorati an der Gitarre kamen die Songs «Streets of Philadelphia» oder «I’m on Fire» genauso gut rüber wie «Living Proof», «Youngstown» oder «Waiting on a Sunny Day». Booze, Marzorati und der Gospelchor interpretierten nicht mehr, sondern huldigten mit «Born in the USA» ihrem Vorbild. Phasenweise war hier der «Boss» Springsteen durch die Gleichzeitigkeit der Interpreten Mäusli und Marzorati aber schon fast zu viel des Guten. Die Band Booze spielt am Freitag, 18. November, in der Oberen Mühle in Dübendorf. www.oberemuehle.ch.

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