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Überfallener Zeitungsverträger erlag seinen Verletzungen

Der 64-jährige Eglisauer, der am frühen Sonntagmorgen niedergeschlagen wurde, ist gestern gestorben. Der Tat wird ein 22-jähriger Schweizer verdächtigt.

Von Fahrettin Calislarund Raquel Forster Eglisau – Polizisten hatten den Zeitungsverträger am frühen Sonntagmorgen mit schwersten Verletzungen leblos neben seinem Auto liegend gefunden. Gestern ist er im Spital gestorben, wie die Kantonspolizei mitteilte. Staatsanwältin Claudia Kasper erklärte gestern, dass sie für den 22-jährigen Mann, der schon am Sonntag verhaftet wurde, Untersuchungshaft beantragt hat. Der Mann stehe in dringendem Verdacht, den Zeitungsverträger getötet zu haben. Gegenwärtig laufen laut Kasper die medizinischen Abklärungen; sie könnten mehrere Wochen dauern. Der Tatverdächtige ist nach Angaben von Zeugen ein gebürtiger Schweizer und lebt in Eglisau. Er hatte am Sonntagmorgen kurz vor 5 Uhr die Polizei alarmiert und an der Obergass auf ihr Eintreffen gewartet. Die Polizisten schöpften Verdacht, dass es sich bei ihm auch um den Täter handelt, und nahmen den jungen Mann gleich mit. Begegnung im Ausgang Laut übereinstimmenden Aussagen von Zeugen war der Verdächtige mit einer Gruppe im Ausgang. Auf dem Weg nach Hause traf er auf den Zeitungsverträger. Aus unbekannten Gründen kam es zu einem Streit und einer Schlägerei, bei der das Opfer schwer am Kopf getroffen wurde. Drogen oder Alkohol könnten dabei eine Rolle gespielt haben. Das Opfer vertrug seit vielen Jahren Zeitungen und war darum in der Gemeinde bekannt. Viele Eglisauer bemerkten den Vorfall schon früh, weil sie keine Sonntagszeitungen in ihrem Briefkasten vorfanden und bei der Vertriebsorganisation reklamierten. So musste seine Vorgesetzte, Renate Burger von der Presto Presse Vertriebs AG, schon bald annehmen, dass etwas nicht stimmte. «Wir sind erschüttert, es ist ein trauriger Verlust, uns fehlen die Worte», sagt sie. Entsetzen im Städtchen In Eglisau sitzt das Entsetzen tief. «Das hat mich wie ein Donnerschlag getroffen», sagt Gemeindepräsidentin Ursula Fehr. Die Trauer sei gross im Städtchen. «So etwas haben wir bis jetzt noch nie erlebt», sagt Gemeindeschreiber Kurt Forster. «Wir sind schockiert», erklärt Gewerblerin Susi Frischknecht. Zumal man keine Erfahrung mit Gewalttaten habe. «Mit so etwas Brutalem rechnen wir hier nicht.» Auch im Rheinstädtchen Eglisau machen Jugendliche zwar immer wieder Probleme, hört man oft im Gespräch mit Einwohnern. Doch meistens gehe es um gestohlene Velos oder Pöbeleien. Man sei doch nicht in Zürich, heisst es weiter. «Wir gehen frühmorgens vom Bahnhof nach Hause und denken uns nichts dabei», weiss Frischknecht. Mehmet Yener, Geschäftsführer des Restaurants Rank, kennt den Tatverdächtigen und kann sich nicht erklären, wie der Vorfall passieren konnte. «Er war einige Mal hier. Ich habe den Verdächtigen als anständigen und überhaupt nicht aggressiven jungen Mann kennen gelernt.» Ein Anwohner wirft allerdings ein, der Mann sei mehrfach aufgefallen. «Wir wussten, dass er gewalttätig sein kann.»

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