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Überraschender Rücktritt des Stiftungsratspräsidenten der Altrüti

Hansruedi Hartmann, Stiftungsratspräsident der Stiftung Altrüti, wird sein Amt nach zwei Jahren bereits abgeben – für einen Gemeinderat.

Von David Kilchör Gossau – Hansruedi Hartmann, Stiftungsratspräsident der Stiftung Altrüti aus Gossau, wollte den Weg ebnen, damit der Gossauer Gemeindesaal – die Altrüti – ins Portfolio der Gemeinde übergehen könnte. Doch nun nimmt er unverrichteter Dinge per 15. April den Hut. «Die Stiftung ist als Gefüge im Prinzip ein Witz», sagt er. Es existieren keine liquiden Mittel, Halle und Umgebung müssen saniert werden, dazu stehen weitere Investitionen an. Und für alles muss man vom Gemeinderat Geld erbetteln. Eigentlich mache der Stiftungsrat nicht viel anderes, als Anträge an den Gemeinderat zu formulieren. Am vergangenen Neujahrsapéro äusserte sich Gemeindepräsident Jörg Kündig zu dieser Thematik. «Gehört der Betrieb eines Veranstaltungsorts zu den Kernaufgaben einer Gemeinde?», fragte er rhetorisch und äusserte damit Skepsis gegenüber Hartmanns Absichten. Gleichzeitig wünschte er sich mehr Toleranz gegenüber dem Betrieb. Kommerzielle Öffnung Andrea Gisler, Ressortvorsteherin Jugend, Kultur, Sport und öffentlicher Verkehr im Gemeinderat sowie Ratsvertreterin im Altrüti-Stiftungsrat, stützt Kündigs Ansichten. «Die ideale Lösung wäre, die Stiftung selbsttragend zu machen.» Eine Massnahme des Gemeinderats ist, die Festhalle uneingeschränkt für kommerzielle Vermietungen zu öffnen. Bislang durften nur drei kommerzielle Veranstaltungen im Jahr durchgeführt werden.Hartmann glaubt, das bringe nicht die gewünschte finanzielle Entlastung. «Dies erfordert restriktivere Sicherheitskonzepte und wird längerfristig dazu führen, dass die administrativen Belange über eine Anstellung geregelt werden müssen.» Die Kosten dafür würden ihm zufolge in etwa den zusätzlichen Einnahmen entsprechen. «Die kommerziellen Anlässe bringen am meisten Geld und ermöglichen Rückstellungen für Investitionen. Auch mit zusätzlichen Investitionen würde noch genügend übrigbleiben», widerspricht Gisler. Eine Nullrechnung sei keineswegs zu erwarten. Hartmann entgegnet, er habe sich von den älteren Stiftungsratsmitgliedern belehren lassen müssen, dass solche Einnahmen zu gering seien, um die anstehenden Sanierungskosten zu berappen, wenn unter dem Strich noch kleinere Einnahmen übrigblieben. Übernahme nicht vom Tisch Die Grundsatzdebatte zur Übernahme der Altrüti durch die Gemeinde bleibt trotz dieser ersten Massnahmen aktuell. «Wir waren dran, eine Auslegeordnung zu erstellen. Die Übernahme ist als Option keineswegs vom Tisch», sagt Gisler. Hartmann habe sich für die Zukunft der Altrüti sehr engagiert. Insofern sei es besonders bedauerlich, dass er nun seinen Rücktritt bekanntgegeben habe. Für Hartmann ein überraschendes Statement. «Dass die Übernahme nicht vom Tisch ist, hat kein Gemeinderat an der letzten Stiftungsratssitzung angetönt.» Hartmann beabsichtigt mit dem Rücktritt allerdings, die Kommunikationswege kürzer und die Entscheide effizienter zu machen. «Fakt ist, dass praktisch sämtliche Entscheide über den Gemeinderat laufen», sagt er. Als Stiftungsratspräsident sei er in dessen Diskussionen nicht direkt integriert gewesen. Aus diesem Grund will er seinen Platz als Präsident explizit für einen Gemeinderat räumen. Auch in diesem Punkt sind sich der Gossauer Gemeinderat und Hansruedi Hartmann uneinig. «Aus Sicht des Gemeinderats ist es nicht dessen Aufgabe, das Präsidium des Stiftungsrats zu übernehmen», sagt Andrea Gisler. Die Altrüti sei eine eigenständige Stiftung. Wäre deren Präsident ein Gemeinderat, so würde man damit ein falsches Zeichen setzen. «Aus unserer Sicht sind die Kommunikationswege nicht zu lang. Es reicht, wenn zwei Gemeinderäte im Stiftungsrat Einsitz haben.» Wie die künftigen Strukturen des Stiftungsrats aussehen werden, wird der Rat selber entscheiden. «Gemäss Stiftungsurkunde muss er sich selbst konstituieren», erklärt Hartmann. Bis zum Auslauf seiner Amtsdauer will er die Stiftung auf jeden Fall noch in Schuss bringen, damit er sie sauber übergeben kann. «Ich habe als Fan der Altrüti für die Zukunft meine Unterstützung angeboten, falls Bedarf besteht.»

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