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Umgang mit Gewalttätern Wie man herausfindet, welcher Täter gefährlich ist / Frank Urbaniok: «Der Mensch ist gefährlicher als ein Raubtier, TA vom 9. 10.

Umgang mit Gewalttätern Wie man herausfindet, welcher Täter gefährlich ist / Frank Urbaniok: «Der Mensch ist gefährlicher als ein Raubtier, TA vom 9. 10. Niedere Rückfallquote. Aus meiner Sicht ist der wirkliche Erfolg Frank Urbanioks, des Chefs des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich, vor allem seine ausgezeichnete Medienarbeit. Mir fehlen die positiven Ergebnisse seiner grossartig lancierten und rezensierten Therapieprojekte für Gewalt- und Sexualstraftäter; sie kosten aber Millionen. Und dabei werden zum Teil immer noch die gleichen Straftäter therapiert! Die fantastische Reduzierung der Rückfallquote beruht allein darauf, dass man aus diesem Klientel kaum noch jemanden entlassen hat so kann auch keiner mehr rückfällig werden . . . Kommt dazu, dass grundsätzlich fast alle Sexual- und Gewaltstraftäter mit negativen Prognosen ihrerseits zu rechnen haben (keineswegs immer ganz zu Unrecht!). Aber zu diesen Ergebnissen würde ein Einbezug der oft eng mit den Inhaftierten in täglichem Kontakt stehenden Angestellten des Strafvollzugs, von Werkmeistern und Aufsehern/Betreuern, wohl oft auch führen. Wäre aber deutlich billiger. Möglichst viele Beurteilungen andererseits in den Bezirksgefängnissen mit Kleinkriminellen ermöglichen zudem tolle Statistikerfolge der unterschiedlichen Instrumente. Im Übrigen wäre der Spuk relativ schnell vorbei, wenn man Urbanioks Psychiatrisch-Psychologischen Dienst organisatorisch da einordnen würde, wo er meiner Meinung nach auch hingehört: in die Zürcher Gesundheitsdirektion. Dann könnte die Forensik mittels Krankenkassenbeiträgen nicht mehr die Rechnung des Amtes für Strafvollzug im Justizdepartements alimentieren, und es würde so etwas wie Kostenwahrheit entstehen. Und ob dann der Steuerzahler noch bereit wäre, für erfolglose Therapien den dann auszuweisenden Millionenbetrag aufzubringen, darf getrost bezweifelt werden. Heinz Wulf, Maur Gewaltromantiker. Psychiater Frank Urbaniok beginnt endlich Klartext zu reden zur Beschaffenheit gewisser Menschenmonstren, denen die Märchenonkel und -tanten der Täterschutzjustiz immer noch «Empathie» andichten möchten, wo nichts als die nackte eigene Bedürfnisbefriedigung herrscht. Gefühle haben diese von macho-frommen Frauen umbuhlten und männlichen Gewaltromantikern umkumpelten Imponiertypen und die süsslichen puerilen Sadisten der Pädosexuellenpopulation allenfalls für sich selber. Mit seiner Berichterstattung versucht der «Tages-Anzeiger» den alten Schmalz der Sorge um die Schwerkriminellen wieder aufzuwärmen, aber das unappetitliche Schleimsüppchen bekommt selbst dem eigenen politischen Lager schlecht. Auch den dümmsten Lämmern muss es langsam dämmern, auf welcher Seite das linke Herz schlägt, in das sie ihre kriminellen Lieblinge geschlossen haben. Gunild Feigenwinter, Basel Kriminalhygienische Kultur. Das von Frank Urbaniok marktschreierisch präsentierte forensisch-psychiatrische Prognose-Instrument Fotres ist wissenschaftlich nicht gut abgestützt. Es täuscht durch die gigantisch hohe Zahl von untersuchten Merkmalen eine hohe prognostische Treffsicherheit vor, erfüllt diesen Anspruch aber nicht besser als die klinische und intuitive Beurteilung erfahrener Psychiater und Justizbeamter. Es passt gut in die Landschaft einer von obsessiver Messfreudigkeit gekennzeichneten totalitären Psychiatrie mit zunehmender Verluderung psychiatrieethischer und rechtsstaatlicher Grundsätze. Mit Sozialmarkern bestimmt diese den zukünftigen Verbrecher nach Punkten. Sie ersetzt die sozialpsychiatrische durch eine kriminalhygienische Kultur. Und sie mischt sich ungebührlich in die richterliche Kompetenz ein. Die nach meinem Empfinden einseitigen und unkritischen Artikel aus der «Tages- Anzeiger»Redaktion schreiben dem Zeitgeist nach dem Munde. Es braucht keinen Mut dazu. PD Dr. med. Mario Gmür, Zürich «Ein Einbezug der oft eng mit den Inhaftierten in täglichem Kontakt stehenden Werkmeister und Aufseher wäre deutlich billiger.»

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