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Umgewöhnung im Krebsgang

Neuer Trainer, neue Spieler, neues Ziel: Die Ansprüche sind beim ZSC noch einmal gestiegen, die Resultate gleichen aber dem Vorjahr.

Von Philipp Muschg Der finale Auftritt vor der Länderspielpause missriet den ZSC Lions gründlich. Statt einen guten letzten Eindruck zu hinterlassen, kassierten sie beim 2:6 in Freiburg die zweithöchste Saisonniederlage nach dem 0:5 im Derby gegen Kloten. Statt mit einem Erfolgserlebnis müssen sie nun mit Zahlen leben, die vor allem eines besagen: Die gewünschte Steigerung gegenüber 2010 blieb bisher aus. Schon vor einem Jahr gingen die Zürcher auf Rang 7 in die Pause, schon damals hatten sie &endash bei einer Partie weniger &endash 33 Punkte, und Tordifferenz wie Torverhältnis waren praktisch gleich. Sogar das letzte Resultat war identisch: nur dass der Gegner beim 6:2 Lugano und der Sieger ZSC hiess. «Natürlich habe ich mir den Saisonstart anders vorgestellt», sagt denn auch Sportchef Edgar Salis und meint vor allem die miserable Heimbilanz zu Beginn, als sein Team die ersten sechs Auftritte im Hallenstadion allesamt verlor. Inzwischen ist diese Bilanz wieder ausgeglichen, doch eine andere Schwäche macht sich bemerkbar: Der ZSC, für den Coach Bob Hartley das Saisonziel Meistertitel ausgegeben hat, schlägt vor allem die schlechteren Klubs. Nur drei Siege holte er gegen die fünf bestklassierten Teams, gerade einen einzigen in sechzig Minuten &endash ein 2:1 gegen Kloten. Die Lions bewegen sich im Krebsgang &endash seitwärts statt vorwärts. McCarthy bleibt bis Saisonende In gewisser Weise ist das verständlich: Mit Hartley kam im Sommer ein neuer Übungsleiter mit neuen Ideen und neuer Trainingsgestaltung. «Die Mannschaft hatte Probleme mit der Verinnerlichung des Systems», sagt Salis, «sie liess sich durch Rückschläge verunsichern und hatte Mühe, sich zu finden.» Auch das erinnert an die letzte Saison, doch diesmal wurden die personellen Retuschen nur bei den Spielern und nicht auch beim Coach vorgenommen. McCarthy und Nylander wurden geholt &endash der Vertrag des defensiv stabilen Kanadiers wurde inzwischen bis Saisonende verlängert, die Zukunft des schwedischen Centers, der auf ein NHL-Engagement spekuliert und gestern in seine Heimat reiste, ist noch offen. «Die Leistung jener Zuzüge, die schon seit dem Sommer dabei sind, spiegelt jene des Teams», sagt Salis. Konkret: Die Chancenauswertung der als Offensivleader geholten Tambellini und Blindenbacher ist ebenso verbesserungsfähig wie ihre defensive Disziplin &endash gegen Fribourg waren der Kanadier mit einem Fehlpass und der Zürcher mit nachlässiger Verteidigungsarbeit direkt an zwei Gegentreffern beteiligt. Andere vermeintliche Leistungsträger deuteten ihre Möglichkeiten nur gelegentlich an: Nationalverteidiger Gobbi etwa, Stürmer Bärtschi, der seit zehn Spielen auf ein Tor wartet, oder Monnet, dem am Samstag gegen seinen früheren Klub erstmals in dieser Saison ein Treffer gelang. Die Jungen als Vorbilder Wie der ZSC sein Potenzial besser ausschöpfen könnte, zeigten bisher vor allem die Jungen, die Hartley gezielt fördert. Schäppi (20) bewies, dass er weit mehr sein kann als ein Viertlinien- Center, Kenins (20) gewöhnte sich problemlos an den NLA-Rhythmus, und Cunti (22) schaffte in knapp zwei Monaten den steilen Aufstieg vom ewigen Talent und NLB-Stürmer zum Erstliniencenter in der obersten Spielklasse. Hartleys Rezept aus harter Arbeit und gezielten Spezialtrainings hat die nächste Generation bereits vorwärtsgebracht. Nach drei freien Tagen geht es ab Mittwoch auch für den Rest des Teams darum, den Seitwärtstrend zu stoppen.

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