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Unterwegs ins Weisse Haus

«Yes, we can!» steht auf der Lastwagen-Flotte der Wynauer Schöni AG. Ein Amerikaner wähnte nun Obamas Wahlkampf-Slogan abgekupfert. Er wurde jedoch eines Besseren belehrt – und Schöni liefert den Beweis gleich mit.

Die Schöni-Laster werben mit dem Slogan, der durch Barack Obama berühmt wurde. Das ist selbst den Amerikanern nicht entgangen.
Die Schöni-Laster werben mit dem Slogan, der durch Barack Obama berühmt wurde. Das ist selbst den Amerikanern nicht entgangen.
zvg

«Ich war in der Schweiz und besuchte Verwandte», schreibt Joe Fuchs in einer E-Mail an die Schöni AG in Wynau. Dabei habe er die Lastwagen des Transportunternehmens gesehen – und insbesondere der Slogan «Yes, we can!» sei ihm da aufgefallen.

Der Amerikaner – dessen Familie ursprünglich ebenfalls aus der Schweiz stammt – verlangte sogleich nach Fotografien, die seine Beobachtungen belegen könnten. Denn, so fragte sich Joe Fuchs, was würde wohl das Wahlkampfteam von US-Präsident Barack Obama dazu sagen, wenn es erst wüsste, dass Obamas Wahlslogan selbst im fernen Ausland dermassen verbreitet ist?

Der beste Spruch von allen

Die E-Mail erreicht die Schöni AG Ende August. Unter dem Namen Joe Fuchs steht ein markiges «State of Washington». Post, über die Daniel Schöni, Geschäftsführer der Schöni AG, nicht schlecht staunte.

Der Schöni-Chef holt aus: «Im Jahr 2002 wollte ich unter unser Logo einen Slogan setzen. ‹Yes, we can› gefiel mir von Anfang an.» Seine Werbeagentur habe das allerdings anders gesehen.

Doch weder zwei Tage Brainstorming auf einer Alp noch die darauffolgenden Wochen brachten eine bessere Idee zu Tage. Zwar erhielt Schöni Dutzende von Vorschlägen. Doch die bewertete der Firmenchef als zu lang und zu kompliziert. «Hört zu, Jungs, wir bleiben dabei», habe er da gesagt: «Yes, we can!»

Dann kam Obama

So fahren die Schöni-Lastwagen bereits seit 2002 mit dem Slogan «Yes, we can!» durch halb Europa. Erst Jahre später wollte ein gewisser Barack Obama aus den USA die Welt verändern – ausgerechnet mit dem Spruch des Spediteurs aus dem Schweizer Mittelland.

Bald schon wurde Daniel Schöni angehauen, warum er denn diesen Spruch von Obama gestohlen habe. Auch Joe Fuchs vermutete, dass es der Slogan von Barack Obama sei, der da auf Lastern eines Schweizer Unternehmens um die Welt geht. Doch er sollte bald eines Besseren belehrt werden.

Schöni: «Unser Slogan»

Schöni-Sekretärin Gabriele Gebauer schrieb nach Amerika zurück: «Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Mister Obama unseren Slogan verwendet hat, wir haben den schon seit 2002. Damals kannte niemand in Europa Mister Obama, und ich bin sicher, damals konnte sich niemand in den USA vorstellen, dass er einmal ihr Präsident wird.»

Laster fürs Oval Office

Man könne diese Information gerne seinem Wahlkampfteam mitteilen, fügte Gabriele Gebauer an. «Wir sind sehr stolz darauf, dass unser Slogan so weit verbreitet ist, sogar im Ausland und sogar im Wahlkampf in den USA.»

Inzwischen sind zwei Lastwagen der Schöni AG unterwegs ins Weisse Haus – Modellautos allerdings. Ob der mächtigste Mann der Welt im Oval Office bald einen kleinen Einrichtungs-Change vornimmt und die beiden «Yes, we can!»-Laster in Miniaturformat aufstellt?

Womöglich macht dann auch noch ein weiterer Spruch auf den Schöni-Lastwagen internationale Politkarriere: «Liefere statt lafere.»

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