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Versöhnung und Rückfall am Obersee

Beim 3:1 der Lakers über den ineffizienten ZSC wurden die St. Galler erstmals wieder lautstark unterstützt. Der Fan-Zwist scheint beigelegt.

Von Simon Graf, Rapperswil-Jona Am Obersee feierte man am Samstag Versöhnung. Endlich durften Rapperswiler Hardcore-Fans wieder ihre verstaubten SCRJ-Fahnen schwenken. Und sie füllten, nachdem sie die Lakers zuletzt mehrheitlich boykottiert hatten, erstmals die Kurve und mit ihren Gesängen das Stadion. Am Schluss, als das 3:1 über die ZSC Lions feststand, begab sich Christian Stöckling, der Verwaltungsratsdelegierte der Lakers, aufs Eis und liess sich im allgemeinen Trubel feiern. «Natürlich macht es viel mehr Spass, in einer solchen Atmosphäre zu spielen», freute sich Loïc Burkhalter. Der Captain liess sich von der Stimmung zum ersten Saisontor inspirieren – einem wichtigen. In der 52. Minute erwischte er Flüeler zum 2:1-Siegestor zwischen den Beinen. Matchwinner beim ersten Dreipunktesieg der Lakers im Oktober war allerdings Manzato. Der Torhüter, der wegen Knieproblemen sieben Spiele verpasst hatte, bewies gegen die Stadtzürcher mit 37 Paraden seinen Wert fürs Team. Ganz anders fühlte sich der Abend für die ZSC Lions an. Nach drei Siegen erlitten sie wieder einen Rückfall, ihr Problem war ein altbekanntes: das Toreschiessen. In sieben der letzten neun Partien haben sie nur ein Tor zustande gebracht, und Coach Colin Muller sagt: «Diese Eintorspiele gehen mir langsam auf die Nerven. So ist es einfach schwierig zu siegen.» Am Dienstag beim 1:0 in Kloten hatte es gereicht, doch in der Diners-Club-Arena liess sich Flüeler nach über 111 Minuten wieder überwinden. Auch wenn die ZSC Lions mehr Spielanteile und Torschüsse (38:26) hatten, ihnen fehlte die nötige Kaltblütigkeit und Entschlossenheit vor dem Tor. Und nachdem sie die ersten zwei Drittel überlegen gestaltet hatten, brachten sie sich durch zahlreiche Strafen um Punkte. Muller zeigte sich nicht zum ersten Mal wenig angetan von der Schiedsrichterleistung. Wobei Brent Reiber ZSC-Captain Seger zu seinem beliebtesten Sünder erkoren zu haben scheint. Doch über den Unparteiischen ärgert sich bekanntlich nur der, der es nicht schafft, das Glück in die eigenen Hände zu nehmen. Es ist nicht neu, aber trotzdem noch erstaunlich, dass Toptransfer Ambühl vor dem Tor meist das Falsche tut. Mangelnden Einsatz konnte man ihm wie seinen Kollegen nicht vorwerfen. Doch das Gefühl, wie man Tore schiesst, scheint abhandengekommen. Letzten Winter hatten die ZSC Lions nach 16 Spielen 70 Tore erzielt, nun sind es 31, nicht einmal die Hälfte. Den Abgängen von Alston, Gardner, Trudel und Sejna stehen, was Offensivkräfte betrifft, die Zuzüge von Ambühl und Down gegenüber. Die Rechnung geht offensichtlich nicht auf. Das sieht auch Sportchef Edgar Salis, doch er sagt: «Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir das Potenzial haben, um pro Match drei, vier Tore zu schiessen.» Immerhin im Marketing voraus Hoffnung auf einen ausländischen Stürmer macht Salis dem ZSC-Anhang und seinem Coach nicht. Er wolle nichts überstürzen, sagt der Bündner. Dem hart kritisierten Murphy attestiert er eine markante Steigerung. Allerdings ist erstaunlich, wie wirkungslos der vermeintliche Offensivverteidiger immer noch ist. In der Tabelle sind die ZSC Lions den Lakers aber noch voraus. Und auch, was das Marketing betrifft. Statt das beliebte ZSC-Logo mit dem Löwen, der sich an einen Stock klammert, zu verbannen, haben sie eine Retrokollektion lanciert. Allerdings mussten sie von ihren Fans dazu inspiriert werden.

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