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Vier Söhne, elf Enkel und 18 ½ Urenkel

Gestern feierte Elisabetha Hug-Ruh ihren hundertsten Geburtstag im Spital Sanitas. Auch Stadtpräsident Harald Huber stattete ihr einen Besuch ab.

Von Nicole Trossmann Adliswil – Dass sie 100 Jahre alt wird, sieht man ihr nicht an. Elisabetha Hug-Ruh sitzt zufrieden im Rollstuhl, das volle silberne Haar schön zur Seite gekämmt – und strahlt. Sie geniesst die Aufmerksamkeit sichtlich, die ihr an diesem Tag zuteil wird: Ihre vier Söhne kommen auf Besuch, das Spital Sanitas, in dem sie seit dem Tod ihres Mannes vor drei Jahren lebt, veranstaltet einen Apéro, und abends gibt sich Stadtpräsident Harald Huber die Ehre. Er kommt mit einem grossen Blumenstrauss, gratuliert im Namen Adliswils und scherzt, er bleibe gerne so lange hier, «wie sie mich ertragen». Hug-Ruh meint: «Ich mag Sie gerne.» Das kommt nicht von ungefähr: Hubers Grossmutter war eng mit Hug-Ruhs Mutter befreundet, und des Stadtpräsidenten Grossvater besass mit dem Vater der Jubilarin einen gemeinsamen Leiterwagen, mit dem sie «durch Adliswil gebraust» seien, wie Theo Hug, der zweitjüngste Sohn, schmunzelnd sagt. Bald tauschen Hug-Ruhs Söhne und Huber Geschichten übers alte Adliswil aus. Ein langes Leben scheint in der Familie zu liegen, erreichte Hug-Ruhs Mutter doch das stolze Alter von 103 Jahren. Ihr Vater – er gründete den Adliswiler Musikverlag Emil Ruh, in dem sie auch aushalf – starb schon mit 63. Ihr Ehemann aber wurde 97 Jahre alt. Sie lernte ihn schon im Konfirmandenunterricht kennen: «Meine Mutter hatte ihr ganzes Leben lang nur Augen für ihn», sagt Theo Hug: «Er war ihre grosse und einzige Liebe.» Doch nicht nur Hug-Ruh, auch andere Adliswilerinnen überschreiten die 100-Jahr-Grenze: Huber erzählt, dass vor einiger Zeit eine weitere Einwohnerin ihren hundertsten Geburtstag gefeiert habe. Nationale Berühmtheit erreichten auch die Zwillinge Annie Rohner und Rosie Bühler, die beide ebenfalls mehr als 100 Lenze zählten. «Ich wusste es schon lang: Es herrscht ganz offensichtlich ein gutes Klima im Sihltal», schliesst Huber. Weil Hug-Ruh noch immer sehr gerne Menschen um sich hat, veranstalten die Söhne in zwei Wochen für die Jubilarin eine grosse Familienfeier. Fast 60 Leute werden kommen, immerhin hat Hug-Ruh neben den vier Söhnen bereits elf Enkel und 18 Urenkel. «Eine Verwandte ist gerade schwanger, um genau zu sein sind es also 18½ Urenkel», sagt Viktor Hug augenzwinkernd. Sein Bruder staunt, wie fröhlich seine Mutter stets ist. «Immer strahlt sie einem an», sagt er, und wenn er fragt, ob sie Schmerzen habe, schüttelt sie lachend den Kopf. Gesundheitlich gehe es ihr gut, sie esse noch immer sehr gern, am liebsten heissen Schinken; nur sei sie inzwischen etwas vergesslich. Viktor Hug gibt lächelnd die Anekdote zum Besten, wie er seine Mutter kürzlich daran erinnert habe, dass sie ja bald 100 Jahre alt würde. «‹Schon 100?›, fragte sie ganz erstaunt», erzählt er, «und meinte dann verschwörerisch: ‹Sag es aber niemandem!›» Stadtpräsident Harald Huber gratuliert Elisabetha Hug-Ruh. Foto: Patrick Gutenberg

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