Zum Hauptinhalt springen

Viking ist das teuerste Kalb

Ob ein Bauer an der 15. Kälberauktion in Schönenberg ein Tier für 550 oder 3000 Franken verkaufen kann, hängt vor allem vom Stammbaum ab.

Von Ueli Zoss Schönenberg – Ein Kalb nach dem anderen wird am Samstagmorgen in die Reithalle Moos der Familie Korrodi in Schönenberg gebracht. Oder vielmehr: gezerrt. Die jungen Tiere sind störrisch. Der Wädenswiler Milchbauer Bruno Bütler präsentiert drei Kälber an der Gant. Es können aber auch deren acht sein wie im Fall von Hans Baumann aus Hirzel. Mit nur je einem Kalb sind vier Landwirte aus der Region vertreten. Nach einem kurzen medizinischen Check durch den Tierarzt wird das Braunvieh in Reih und Glied gestellt. Bevor die ersten Kaufinteressierten eintreffen, bürsten und striegeln die Besitzer sie auf Hochglanz. Die potenziellen Käufer sind fachkundig und gegenüber der angebotenen Ware durchaus kritisch eingestellt. So sagt Landwirt Franz Föhn: «Eine Auktion hat spezielle Gesetze. Da geht es auch ums Prestige, wenn zwei rivalisierende Bauern mit ihren Geboten den Kaufpreis in die Höhe treiben.» Wie viele seiner Berufskollegen ist Föhn aus der Innerschweiz angereist. Er werde sich einen Kauf ganz genau überlegen. «Die Qualität ist aber gut.» 3000 Franken zum Dritten Bevor es an die Sache geht, läuft Bauer Bütler herum, schüttelt fleissig Hände, spricht mit der möglichen Kundschaft und hebt die Vorzüge seiner Kälber hervor. Unter den Züchtern kennt man sich und weiss auch recht genau, wer sich für welche Kälber interessiert. Trotz einer gewissen Rivalität kommt die Geselligkeit beim Mittagessen an den langen Holztischen nicht zu kurz. Rauchen ist in der Halle erlaubt. Die Bauern zünden nach dem Dessert denn auch eifrig Stumpen und Brissagos an. Geisselchlöpfer und die Wädenswiler Treichlergruppe eröffnen die Gant. Nach knapp einer Stunde hat das Kalb Viking von Andreas Wyss von der Höchi Hirzel seinen grossen Auftritt. Doch das schöne Tier ziert sich und will partout nicht stillstehen. Der landesweit bekannte Gantrufer lobt die Startnummer 25 aber über den grünen Klee. Zahlreiche Preise habe Viking schon gewonnen. Die Lebensleistung der Mutter Wolana betrage stolze 120 000 Kilo Milch. Die Vorschusslorbeeren zeigen Wirkung. Der Einstiegspreis liegt gleich bei stolzen 1000 Franken. Das ist mehr als der Endpreis vieler anderer Tiere. Für 3000 Franken wechselt Viking schliesslich den Besitzer. Das ist der höchste Preis, der an diesem Tag in Schönenberg bezahlt wird. Rund sechsmal weniger hat zuvor der Wädenswiler Bauer Bütler für Pasadena gelöst. «550 Franken sind nicht viel», sagt er lakonisch. Gantrufer Furrer, legendär wegen seiner schnellen Zunge, hat Jakira und Jamie, die beiden anderen Kälber von Bütler, immerhin noch auf 700 beziehungsweise 600 Franken hochgetrieben. Furrer redet so schnell, dass den Witz, den er bei Jakira einbaut, kaum einer verstanden hat. «Vielleicht wäre der FC Basel ein Käufer», sagt er in Anlehnung an den Basler Fussballer Xherdan Shaqiri. Einen anderen Vergleich aus dem Sport zieht Furrer heran, als die Auktion kurz ins Stocken gerät. «Nicht nachlassen, wie das der Dario Cologna tut», spornt er die Bieter im Namen des Bündner Langlaufasses an. «Dieses Jahr seien die Abstammungen nicht so gut gewesen, sagt Bütler nach der Versteigerung. «Das kann sich aber schon im nächsten Jahr wieder ändern.» Der Hirzeler Stephan Baumann präsentiert Jamie. Das Kalb erzielte einen Preis von 600 Franken. Foto: Silvia Luckner

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch