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Voléro glänzt bei Pflichtsieg

Die Zürcher Volleyballerinnen stehen nach dem 3:0-Sieg über Aesch-Pfeffingen auch nach vier Runden ohne Satzverlust an der NLA-Tabellenspitze. Für zwei Spielerinnen wars eine ganz besondere Begegnung.

Von René Hauri, Oerlikon Es war ein Pflichtsieg. Aber ein glanzvoller. Die Frauen von Voléro Zürich haben beim 3:0 über Aesch-Pfeffingen bewiesen, dass sie eine Partie über die gesamte Spielzeit dominieren können – egal, wer auf dem Feld steht. Mit Alessia Fiumedinisi (Knieoperation), Inès Granvorka (Achillessehnenriss am linken Fuss), Ana Grbac und Jelena Alajbeg (beide mit Kroatien an der WM in Japan) fehlten gleich vier wichtige Spielerinnen. Anzumerken war das den Zürcherinnen zu keinem Zeitpunkt. Überzeugend war vor allem der Auftritt der schnellen, wendigen und präzisen Passeuse Mariia Tabunscic (Ukr), die Grbac mehr als würdig vertrat. «Alle müssen um ihren Platz kämpfen», sagt Headcoach Svetlana Ilic dazu. Ihr ist es offensichtlich gelungen, aus dem Team, das sieben neue Akteurinnen in seinen Reihen hat, eine Einheit zu formen. «Die verpflichteten Spielerinnen kennen die Regeln. Die Atmosphäre innerhalb der Equipe ist grossartig. Viele Trainer brauchen länger, um einen solchen Teamgeist zu schaffen. Dass dieser schon jetzt so erkennbar ist, macht mich stolz», sagt die Serbin und ergänzt: «Ich habe die glückliche Situation, variieren zu können, ohne einen grossen Unterschied auf dem Platz festzustellen.» Bewiesen hat das ihr Team gleich zweimal: Ende des zweiten Satzes, als beim Stand von 17:5 Laura Sirucek eingewechselt wurde und drei Punkte später auch noch Gabriela Koeva und Brankica Mihajlovic zu ihren Einsätzen kamen. Voléro gewann nach dem ersten Satz (25:17) auch den zweiten souverän 25:11. Keine der drei Akteurinnen fiel ab. Auch nicht, als diese am Ende des finalen Durchgangs (18:9) erneut aufs Feld kamen und dem Stadtteam den problemlosen Sieg sicherten (25:13). Ilic ungewohnt enthusiastisch Ilic gerät ob der Leistung ins Schwärmen: «Wir haben auf einem hohen Niveau gespielt. Der Service, die Defensivarbeit, die Disziplin, die Stabilität, alles passte.» Ungewöhnlich enthusiastische Worte für eine Trainerin, die sich nur selten zufriedengibt. Deshalb fügt sie auch schnell an: «Natürlich war noch nicht alles perfekt. Aber der Fahrplan stimmt, auch im Hinblick auf die Champions-League-Spiele.» Ab dem 24. November präsentiert sich Voléro wieder auf internationaler Bühne, zum Auftakt auswärts bei Eczacibasi in Istanbul. «Dann bereit zu sein, ist insbesondere eine Frage der Trainingsorganisation», sagt Ilic. Die Spielerinnen seien auf dem Weg, allesamt. Auch Laura Sirucek. Für sie war der Auftritt am Samstag in der Halle Im Birch in Oerlikon ein besonderer. Bis zur vergangenen Saison spielte die 20-jährige Aussenangreiferin für Aesch-Pfeffingen, war dort eine der Leaderinnen. Eine ganz andere Rolle nimmt sie bei Voléro ein. Sie kam gegen ihre ehemaligen Teamkolleginnen nur zu zwei Kurzeinsätzen. «Ich gehörte früher zur Stammformation. Klar geht mir manchmal durch den Kopf, dass ich bei Aesch-Pfeffingen mehr spielen würde», gibt Sirucek zu. «Ich habe mich aber für diesen Schritt entschieden, weil ich weiterkommen wollte und mir intensive Trainings mehr bringen als viel Einsatzzeit.» Der Plan ist bisher offenbar aufgegangen. Das sieht auch Ilic so: «Die Erfahrungen mit ihr sind durchwegs positiv. Wenn sie so weitermacht wie in den vergangenen Monaten, kann sie eine ganz grosse Spielerin werden.» Die Unterschiede zu ihrem alten Klub seien frappant, sagt Sirucek. Der Block höher, das Spiel schneller, der Pass genauer, der Angriff härter, die Verteidigung präziser. Bereut habe sie den Wechsel daher nie, auch wenn während der Partie Wehmut aufgekommen sei. «Ich hatte die vergangenen vier Jahre eine grossartige Zeit verlebt. Mit vielen Spielerinnen habe ich noch Kontakt», sagt Sirucek. Nach der Partie traf sie sich mit ihnen zum Nachtessen. Jenny: «Sicher wars nicht toll» Mit am Tisch sass auch Nadine Jenny, die den entgegengesetzten Weg von Sirucek eingeschlagen hat. Nach vier Jahren bei Voléro wechselte die Libera auf diese Saison hin zu den Baselbieterinnen. Die 20-Jährige steht kurz vor dem Abschluss an der Kantonsschule Aarau. Der Trainingsaufwand bei den Zürcherinnen wäre zu gross geworden. «Im letzten Jahr habe ich an der Schule 12 Wochen gefehlt. Mit der Champions League wären es nun noch mehr geworden. Das lag nicht mehr drin», erklärt Jenny. Die Konsequenz war, dass sie am Samstag in Oerlikon zum ersten Mal seit langem verlor. «Das Resultat sagt eigentlich alles. Sicher wars nicht toll», sagt sie und fügt mit einem Lächeln an, «es war etwas Neues, auf der anderen Seite zu stehen.» Der Wechsel brachte für sie trotzdem fast nur Vorteile. Einmal im Training zu fehlen, sei kein grosses Problem, der Zeitaufwand für den Volleyball geringer und der Umgangston ruhiger als in Zürich. Dennoch lässt sie offen, ob sie nach der Matura zu Voléro zurückkehrt. Denn im Fokus hat sie die EM 2013 (siehe Box), auf die eine intensive Vorbereitung vonnöten ist. Und dagegen, die Halle Im Birch künftig wieder als Siegerin zu verlassen, hätte Jenny auch nichts einzuwenden. Unterschiedliche Wege: Nadine Jenny (links) hat von Voléro zu Aesch Pfeffingen gewechselt, Laura Sirucek schlug die entgegengesetzte Richtung ein. Foto: Sophie Stieger

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