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Vom Nebeneffekt zum Prestigeerfolg

Daniela Gassmann Bahr hat die Gesamtwertung des Züri-Lauf-Cups gewonnen. Die 46-Jährige vom Horgenberg war noch 1996 im Olympia-Team der Mountainbiker.

Von Jörg Greb An den Feierlichkeiten des diesjährigen Jubiläums-Züri-Lauf-Cups von gestern Abend ist mit Daniela Gassmann Bahr eine neue Gesamtsiegerin gekürt worden. Gassmann: Ist dieser Name in der traditionellen Wertung schon einmal aufgetaucht? Ja, ist er. Allerdings muss weit zurückgeblendet werden. 1990 gewann die mittlerweile 46-Jährige in den Farben des TV Unterstrass die Altersklasse der 20- bis 29-Jährigen. Die ambitionierte Volks- und Bahnläuferin vom Horgenberg verschwand damals aber rasch wieder von der Bildfläche. Ein schwerer Skiunfall war die Ursache. Sie riss sich die Kreuzbänder des Knies. Für sie war das jedoch kein Grund zu resignieren. Stattdessen sattelte sie um: auf das Mountainbike. Und sie wuchs zu einer äusserst erfolgreichen Fahrerin heran. 1996 gehörte sie zum Schweizer Team an den Olympischen Spielen in Atlanta. Sie verbuchte einen Weltcupsieg und zwei Schweizer-Meister-Titel. 2003 aber hatte sie «die Nase voll», wie sie rückblickend sagt. Dem Leistungssport blieb die Ausdauersportlerin dennoch treu. Gassmann wandte sich dem Berglauf zu. Und weil das Knie mitspielte, blieben die starken Resultate nicht aus. Sie feierte Tagessiege an etlichen bekannten Rennen dieser Sparte. Auch in diesem Jahr: Gassmann gewann den Aletsch-Halbmarathon, den Matterhornlauf und den Glacier Run 3000 in Gstaad. Und sie lief am Jungfrau-Marathon auf den beachtlichen 7. Rang. Als Begründung für diese Resultate hat sie eine erstaunliche Erklärung: «Die Erfolge sind auf die flachen Läufe, die ich bestritt, zurückzuführen. In ihnen erarbeitete ich mir die Grundschnelligkeit.» Diese nutzte sie am Berg. So sagte sie etwa zu ihrer Premiere beim prestigeträchtigen Jungfrau-Marathon: «Es lief mir noch besser als erhofft.» «Rechnung ging voll auf» Und weil die Läuferin, die mittlerweile für den TSV Galgenen an den Start geht, im Züri-Lauf-Cup den Männedörfler Waldlauf und den GP Dübendorf gewann, begann sie im Hinblick auf einen möglichen Gesamtsieg zu rechnen. Sodann plante sie die Minimalzahl von sechs Rennen ein. Fünf Rennen gewann sie. Beim Rüti- und dem Uetliberglauf gar mit Streckenrekord. Nur beim Pfäffikerseelauf fand sie eine Bezwingerin – in der Person der EM-Marathon-Teilnehmerin Patrizia Morceli. «Meine Rechnung ging voll auf», freut sich Gassmann. Sie verweist auf den Stellenwert des Züri-Lauf-Cups, auf das Zusammenfallen mit dem 25-Jahr-Jubiläum und «dass ich alle Jungen hinter mir liess». Apropos Junge: Auf Rang zwei klassierte sich Vorjahressiegerin Maja Luder-Gautschi (Bertschikon/LC Meilen). Auch sie ist bereits 46. Bei den Männern wiederholte Christian Kreienbühl (Rüti/TV Oerlikon) seinen Gesamtsieg des Vorjahres. Und er ist erst 29-jährig. Platz 2 ging an Beat Elmer (Hombrechtikon/LC Meilen/49). 46 und noch kein bisschen müde: Daniela Gassmann liefs 2010 rund.Foto: PD

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