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Vom Polizisten zum unverbesserlichen Dealer

Ein ehemaliger Ordnungs-hüter verkaufte grössere Mengen Heroin. Vor Gericht gab der Mann aus Kloten an, damit die Operation seiner Tochter berappt zu haben.

Von Attila Szenogrady Bachenbülach – «Im Oktober 2009 reiste der heute 43-jährige Beschuldigte illegal in die Schweiz ein. Bald darauf fand er bei Kollegen im Unterland Unterschlupf. Zunächst in Bachenbülach, danach in Kloten. Schon bald verkaufte der Kosovare grössere Mengen Heroin und Kokain.» Das schreibt die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift. Sie schildert, wie es dem Dealer gelang, die harten Drogen in Bülach, Neerach und in Steinmaur abzusetzen. Allerdings fiel der aktive Händler bald den Drogenfahndern auf. Sie überwachten regelmässig seine Telefonate und schlugen am 24. März 2010 zu. Der verhaftete Familienvater legte schon bald ein umfassendes Geständnis ab. Demnach hatte er innerhalb von nur fünf Monaten über 8 Kilogramm Heroin sowie 20 Gramm Kokain verkauft. Ein Ex-Polizist unter Druck Die Ermittlungen ergaben, dass der Mann schon früher in der Schweiz mit Drogen gehandelt hatte. Allerdings verfehlten selbst längere Freiheitsstrafen ihre Wirkung. Denn am Dienstag stand er vor dem Bezirksgericht Zürich und gab alles zu. Allerdings machte der langjährige Polizist aus Kosovo entlastende Gründe geltend: Er sei wegen einer Operation seiner Tochter in finanzielle Nöte geraten und habe seinem Geldgeber einen Gefallen geschuldet. Dieser habe ihn unter Druck gesetzt und gezwungen, in der Schweiz Drogen zu verkaufen, sagte er vor den Richtern. Er habe früher lange Zeit als Polizeibeamter gearbeitet, habe aber wegen des Krieges zwischen Serbien und Albanien seinen Job aufgeben müssen.Die Verteidigung setzte sich für eine Strafe von sechs Jahren Haft ein. Anders der Staatsanwalt, der siebeneinhalb Jahre verlangte. Keinen Glauben geschenkt Das Gericht schenkte der Geschichte mit der Tochter aber keinen Glauben. Nicht zuletzt, weil die Verteidigung über die angebliche Operation keine Unterlagen eingereicht hatte. Zudem habe der Beschuldigte diese Version während der Untersuchung zu spät eingebracht, führte der Gerichtsvorsitzende Rudolf Kieser aus. Das Gericht setzte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren fest. Erst die Verhaftung habe dem kriminellen Treiben des Ex-Polizisten ein Ende gesetzt, stellte Kieser zum Schluss klar.

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