Zum Hauptinhalt springen

Vom Topskorer zum Sanitärinstallateur

Mit 418 Treffern hat Roman Wäger in Kloten noch immer den Titel des besten Torschützen aller Zeiten inne. Heute ist er Geschäftsführer der Wäger Sanitär-Haustechnik AG.

Eishockey. - Die Kloten Flyers stürmten am 13. April im siebten und entscheidenden Playoff-Finalspiel gegen den HC Davos verzweifelt gegen den 1:2-Rückstand und die Zeit an. Chancen für den Ausgleich waren vorhanden, aber es fehlte dem Team von Anders Eldebrink ein kaltblütiger Stürmer für den Abschluss. Mit einem Roman Wäger wären die Wende und der Meistertitel vielleicht möglich gewesen. Doch «Limi» Wäger stand halt nicht mehr auf dem Eis, er fieberte auf der Tribüne mit. «Es war wie früher gewesen, leider ohne Happy End. Nach der Niederlage der Flyers war ich sehr enttäuscht. In einem Final darf man nicht drei Heimspiele verlieren», blickt Roman Wäger auf den Ostermontag und die unglücklich verlorene Finalserie zurück, als seine Klotener so knapp den sechsten Meistertitel der Vereinsgeschichte verpasst hatten. So oft wie in der letzten Saison hatte man den 46-Jährigen schon lange nicht mehr bei den Heimspielen der Flyers gesehen. Spass habe es gemacht, trotz des bitteren Endes. Nach den Partien war Wäger oft in der Trainerkabine bei seinen alten Kumpels Anders Eldebrink und Felix Hollenstein und diskutierte mit ihnen über die Spiele. Sonst pflegt er nicht mehr viele Kontakte zu den früheren Mitspielern. Bei der Abschiedsgala von Marco Klöti hat er einige von ihnen letztmals gesehen. Vier Meistertitel als grösster Stolz Wägers Zeit auf dem Eis ist nach der letzten Saison endgültig zu Ende gegangen. Er war zwar noch bei den Veteranen des EHC Bülach gemeldet, gespielt hat er aber kaum noch. 418 Tore hatte Roman Wäger zwischen 1980 und 1999 in 704 Partien in der höchsten Spielklasse für Kloten erzielt. Das ist Vereinsrekord, national ist nur Peter Jaks (Ambri, Lugano, ZSC) mit 487 Toren noch erfolgreicher gewesen. «Mein grösster Stolz ist aber nicht dieser Rekord, sondern die vier Meistertitel in Serie mit Kloten zwischen 1993 und 1996», erklärt Wäger. Damals besiegten die Unterländer zweimal Fribourg Gottéron und je einmal Zug und Bern im Playoff-Final. Der Stürmer mit der Rückennummer 21 war zusammen mit Mika Johansson und Felix Hollenstein Teil des erfolgreichsten Sturms der Vereinsgeschichte. Am Ende seiner Karriere hatte Wäger in die NLB zum HC Thurgau gewechselt. Doch er gab 1999 in den Playoffs nochmals ein Comeback im Schluefweg. Im Viertelfinal besiegte Kloten überraschend den ZSC, um dann im Halbfinal gegen Ambri Piotta auszuscheiden. In der Valascia hatte Wäger seinen 418. und letzten Treffer für Kloten erzielt. Es war das Siegestor in der Overtime. Dennoch war die Saison und seine Profikarriere ein Spiel später zu Ende. Wäger kehrte danach in seinen Beruf als Sanitärinstallateur zurück. Er machte die Meisterprüfung und übernahm zusammen mit seinem Bruder Thomas das Geschäft des Vaters an der Gerlisbergstrasse 16 in Kloten. Mit Kunden über alte Zeiten reden «Ich denke oft und gerne an die alten Zeiten als Eishockeyprofi zurück. Doch meine jetzige Arbeit ist auch eine grosse Herausforderung», sagt der Unterländer. Von der Wirtschaftskrise spüre er bis jetzt noch wenig, die Geschäfte laufen ausgezeichnet. Wäger weiss, dass ihm sein bekannter Name dabei durchaus eine Hilfe sein kann. Viele Kunden diskutieren gerne mit ihm über die guten alten Eishockeyzeiten. «Aber der Name allein nützt auf die Dauer nichts, wenn die Leistung nicht stimmt», ist er überzeugt. Der Klotener freut sich auf die neue Saison in der Kolping-Arena. Bis dahin wird er sich oft mit Felix Hollenstein treffen. Ein gemeinsames Hobby der beiden sind Hunde. «Wir sind irgendwie wie Brüder», sagt Roman Wäger über die enge Freundschaft mit seinem alten Sturmkollegen.

«Ich denke gerne an die Zeit als Eishockeyprofi zurück, aber meine jetzige Arbeit ist auch eine grosse Herausforderung.» Roman Wäger 1997 in einem Spiel gegen La Chaux de Fonds (oben, weiss) und heute in seinem Büro in Kloten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch