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Von Angelika Nido

Von Angelika Nido Das Preisgeld in der ersten Prüfung am CSI Zürich heute Nachmittag ist bescheiden. 10 000 Franken beträgt die Gewinnsumme im Eröffnungsspringen, dennoch ist es für alle Teilnehmer eine wichtige Startgelegenheit: Es gibt ihnen Gelegenheit, ihre Pferde mit der Arena im Hallenstadion vertraut zu machen, sie an die Kulisse, die Geräusche und die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Unter den rund 50 Startern aus 19 Nationen ist auch Hugo Simon – mit 68 Jahren der älteste. 50 Jahre beträgt der Altersunterschied zwischen dem Österreicher und dem 18-jährigen Zürcher Martin Fuchs, dem jüngsten Reiter im internationalen Feld des CSI. «Total motiviert» Über sein Alter macht sich der schlaksige, 184 cm grosse Teenager, keine Gedanken. Ihn beschäftigt in diesen Tagen etwas anderes: «Der CSI Zürich ist mein Saisonhöhepunkt, auch wenn es erst Januar ist.» Er sei «total motiviert» und möchte vor Heimpublikum seine guten Leistungen am CSI Basel bestätigten. Beim 5-Stern-Turnier vor zwei Wochen klassierte er sich in einem schweren Springen als Dritter und schaffte es in beiden Hauptprüfungen jeweils ins Stechen. Mit dieser Bilanz war Fuchs der beste Schweizer Teilnehmer und schlug Routiniers wie den Weltranglisten-Fünften Pius Schwizer oder sein Vorbild und seinen gelegentlichen Trainingspartner Steve Guerdat. Nach den Gründen für die bereits zahlreichen Erfolge von Martin Fuchs muss man nicht lange suchen: Als jüngster Spross einer in Pferdekreisen weltweit bekannten Dynastie wuchs er in einem professionellen Umfeld auf. Seine Eltern Renate und Thomas Fuchs waren beide erfolgreiche Springreiter und betreiben im Weiler Bietenholz bei Effretikon einen Pensions- und Handelsstall mit rund 40 Pferden. Sein Onkel ist Markus Fuchs, der für die Schweiz am meisten Nationenpreise überhaupt bestritt. Während sich weder dessen beiden Söhne noch Martins älterer Bruder Adrian für Pferde interessieren, sind sie für Martin Fuchs der Lebensinhalt. «Ich liebe meine Pferde. Es gibt nichts Schöneres, als mit ihnen zu arbeiten, sie auszubilden und zu spüren, wie sie einem in einem Parcours vertrauen», sagt er. Jugend-Olympiasieger Martin Fuchs war 11, als er mit seinem Vater, der heute noch sein Trainer ist, zum ersten Mal beim Familienspringen am CSI Zürich mitmachen durfte. Die beiden wurden Dritte, doch «schon damals war es mein Ziel, einmal mit den ganz Grossen mitreiten zu können». Als 14-Jähriger gewann Fuchs an der Children-EM in Istanbul mit Silber seine erste Medaille an einem internationalen Wettbewerb. 2007 und 2008 folgten zehn Siege in hohen Kategorien und zweimal EM-Bronze bei den Junioren. 2009 gewann er in Italien erstmals in einem Grand Prix – im vergangenen Jahr holte er bei den Youth Olympic Games in Singapur mit dem Team Gold. Dass Martin Fuchs bereits die Nummer 132 der Weltrangliste ist, verdankt er auch arrivierten Springpferden. Neben der 16-jährigen Karin aus Schweizer Zucht und dem 17-jährigen Riot Gun stehen ihm mit dem Weltcupsieger Ideo du Thot und Principal zwei Weltklassepferde zur Verfügung. Sie gehören CSI-Co-Präsident Rolf Theiler und wurden zuvor von Beat Mändli geritten. Wegen Sehnenverletzungen mussten die beiden Pferde fast zwei Jahre pausieren. Martin Fuchs hat sie sorgfältig aufgebaut, wieder an den grossen Sport herangeführt und wird sie in diesen Tag auch beim Mercedes-CSI einsetzen. «Es ist ein Privileg, solche Pferde zu reiten», ist sich der junge Mann bewusst, der trotz seines Aufstiegs bescheiden geblieben ist. Berufswunsch Profireiter Für den Erfolg arbeitet er hart. Vor acht Uhr reitet er das erste Pferd und bis Mittag bis zu vier weitere. Am Nachmittag arbeitet er im Büro einer Effretiker Baumaschinenvermietung, wo er ein Praktikum im Rahmen seiner KV-Ausbildung absolviert. Das Ablegen von Rechnungen sei nicht seine Welt, gibt er zu. Auf seiner Website steht als Berufswunsch «Profireiter». Für 2011 hat er seine Ziele bereits formuliert: «Unter die Top 100 vorstossen und meinen ersten Nationenpreis in der Elite reiten.»

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