Zum Hauptinhalt springen

Von Attila Szenogrady

Ein mehrfach vorbestrafter Türke ist in das Sekretariat der Katholischen Kirchgemeinde Wallisellen eingebrochen. Nun muss er für ein Jahr hinter Gitter.

Von Attila Szenogrady Wallisellen – «Was machen Sie so den ganzen Tag?», wollte der Gerichtsvorsitzende Peter Marti vom heute 28-jährigen Fürsorgeempfänger aus Wallisellen wissen. Fernsehen und nach einem Job suchen, antwortete der Türke, der heute noch bei seinen Eltern lebt. Er beteuerte am Donnerstag vor Obergericht mehrfach, dass er nun ein neues Leben angefangen habe und nach dem Wiedererwerb seines entzogenen Führerausweise als Taxifahrer arbeiten wolle. Allerdings kauften ihm die Richter seinen Sinneswandel nicht ab. Der junge Mann hatte sich in den letzten Jahren offenbar zu viele massive Verbrechen wie Raubüberfälle geleistet und bereits mehrere Jahre im Gefängnis zugebracht. Depressionen und Langeweile Der Beschuldigte befand sich wieder einmal in der Freiheit, als er sich in der Nacht auf den 23. Oktober 2009 an einem wohlvorbereiteten Einbruch in das Sekretariat der Katholischen Kirchgemeinde in Wallisellen beteiligte. Vor Obergericht gab er Depressionen und Langeweile als Tatmotive an. Der Coup schien zunächst von Erfolg gekrönt. Der Angeklagte und einer seiner drei Komplizen räumten die Büros aus und liessen zwei Laptops, einen Beamer sowie eine Videokamera für rund 4000 Franken mitgehen. Danach versuchten sie vergeblich, einen Tresorschrank aufzubrechen. Dann hatten die Einbrecher Pech. Ein Anwohner wollte auf seinem Balkon eine Zigarette rauchen und wurde zufällig auf die Ganoven aufmerksam. Schon kurz darauf erschien die Polizei am Tatort. Der Angeklagte zog es vor, nicht davonzulaufen und ergab sich. Vom Bezirksgericht Bülach wurde er trotz Geständnis zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Kein Pardon: Strafe bestätigt Die Verteidigung legte Berufung ein und forderte vor Obergericht eine deutliche Strafsenkung auf noch acht Monate Freiheitsentzug. Der Angeklagte fügte hinzu, dass ihn gerade der Einbruch zulasten einer Kirche heute geläutert habe. Doch die Oberrichter kannten insbesondere wegen der trüben Vorgeschichte des Angeschuldigten kein Pardon mehr und bestätigten die Bülacher Strafe einstimmig. Das Obergericht warnte den Einbrecher eindringlich vor einem weiteren Rückfall. So könnte beim nächsten Mal auch seine Ausschaffung in seine alte Heimat drohen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch