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Von Deborah Bucher

Von Deborah Bucher Der Kurzbahn-Wettkampf im Ustermer Hallenbad Buchholz wiederholt sich am Samstag und Sonntag schon zum 20. Mal. Unter den 250 Athleten aus 12 Nationen präsentiert der Veranstalter zum Jubiläum mit Jessica Hardy (USA) die weltschnellste Brustschwimmerin und auch seinen verlorenen Sohn. Für Flori Lang steht die Teilnahme unter speziellen Vorzeichen. In sportlicher, vor allem aber in persönlicher Hinsicht. Deshalb prophezeit er: «Es werden bewegende Tage.» Letzten Herbst ist der Zürcher aufgebrochen und hat nach längerer Odyssee Graz (Ö) zu seiner neuen Trainingsbasis erklärt. Durch die Inbetriebnahme der modernen Anlage, bei der die zehn 50-m-Bahnen mit einer mobilen Trennwand in zwanzig 25-m-Längen umfunktioniert werden können, erfuhr der Standort vor zwei Wochen eine Aufwertung. Der EM-Zweite 2008 im Rückensprint schwärmt von einem «Wow-Erlebnis» und findet die «absolut professionellen Bedingungen herrlich». Da er nun auf einer Langbahn trainieren kann, lässt sich die Effizienz der Einheiten weitersteigern. «Denn die Wenden und damit die kurzen Erholungsphasen, die dabei stets möglich waren, entfallen.» Der angenehme Nebeneffekt Nicht als neues, aber als sein zweites Zuhause bezeichnet Lang inzwischen die «schmucke, kleine Stadt» in der Steiermark. Er hat sich mit seiner ungarischen Freundin bestens eingelebt. Ein Auto, das bislang die finanziellen Mittel überstieg, soll demnächst angeschafft werden können und zusätzliche Freiheit garantieren. «Eigentlich fehlt es uns an nichts, ausser am sozialen Umfeld, das wir noch aufbauen müssen.» Deshalb freut sich der Zürcher umso mehr auf seine temporäre Rück- und Heimkehr. Begleitet von seiner Freundin und Trainingspartner Martin Spitzer, landet er heute Morgen in Kloten. Die neue Trainerin Ingrid Flöck verzichtete auf die Reise und hat stattdessen die Chinchillas in Obhut genommen. Lang wird die vier Tage am Ort, mit dem er sich auf ewig verwurzelt fühlt, auskosten. Dazu gehören ein Wiedersehen mit der Familie und den Freunden, seine lange vorausgeplante Geburtstagsparty am Sonntagabend bei der Schwester in Zürich, aber auch dringende Erledigungen. Bereits heute erfordert sein auslaufender Pass den Gang zu den Behörden, und am Montag muss sein Studienabschluss in Banking & Finance ordnungsgemäss angemeldet werden. Dazwischen will der bald 28-Jährige seinem eigentlichen Grund für den Besuch in der Schweiz genügend Raum geben. Eine hartnäckige Ellbogenentzündung heilte erst vor ein paar Wochen aus. Nach der ausgedehnten Wettkampfpause seit der Europameisterschaft in Eindhoven Ende November bewegt er sich deshalb noch in einem sportlichen Vakuum. «Im Training konnte ich zuletzt das Volumen wieder erhöhen, doch die Qualität hat noch nicht das gewünschte Niveau erreicht», analysiert er. Der erhoffte Lerneffekt Sein Aufbauplan ist demzufolge nicht auf Spitzenzeiten in Uster ausgerichtet. Vielmehr tritt Lang zu den drei Rennen über 50 und 100 m Freistil sowie über 100 m in seiner Paradedisziplin Rücken mit «einer positiven Müdigkeit» an. «Es geht darum, einen ersten Reiz zu setzen, das Wettkampf-Feeling zurückzuerlangen und die richtigen Lehren daraus zu ziehen», sagt er. Mit hoffentlich neuen Erkenntnissen und aufgefrischten alten Kontakten peilt das Mitglied des Olympiakaders danach wieder Graz an. Dort rückt die Vorbereitung für die Langbahn-WM im Sommer ins Zentrum – die weit weg vom einen und vom anderen Zuhause, in Shanghai, stattfindet. Ein Wellenbad der Gefühle: Darauf ist Flori Lang bei seiner emotionalen Rückkehr nach Uster vorbereitet.Foto: Patrick B. Krämer (Keystone)

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