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Von Fabienne Riklin

Der Buchsbaumzünsler breitet sich nun auch im Oberland rasant aus. Pflanzenexperten raten zum Einsatz von Gift.

Von Fabienne Riklin Uster – Ist die Buchskugel im Garten statt grün hellbeige verfärbt und sind nur noch die Blattrippen oder der Stiel vorhanden, dann ist der Buchsbaumzünsler am Werk. Die gefrässigen Schädlinge machen sich rasant breit. «Der Schmetterling fliegt während seiner rund achttägigen Lebensdauer einen Kilometer weit», sagt Georg Feichtinger von der Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Zürich. In dieser Zeit sucht der Falter nach neuen Buchsbäumen und legt dort Eier ab. Vom Innern des Buchsbaums beginnen dann die Raupen, Blätter und Rinden des Buchsbaums zu fressen. Stark befallene Triebe sterben ab, manchmal sind sogar ganze Pflanzen beschädigt. Wie der Buchsbaumzünsler in die Schweiz gekommen sei, lasse sich nicht genau eruieren, sagt Pflanzenschutz-Experte Feichtinger. «Vermutlich ist er durch Einschleppen befallener Buchspflanzen zu uns gelangt». 2007 tauchte der aus Ostasien stammende Schädling erstmals in Riehen BS auf. Seither hat er sich in Erlenbach und Herrliberg sowie um den ganzen Zürichsee ausgebreitet. Einzelne Kolonien wurden auch in den Kantonen Jura, Solothurn und Aargau gefunden. «Hierzulande hat er kaum natürliche Feinde», sagt Feichtinger. Im letzten Sommer war im Oberland nur Brüttisellen betroffen, jetzt sind sind es auch Volketswil, Dübendorf, Gossau und Illnau-Effretikon, wie Beat Forster von der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mitteilt. Schädlinge verbrennen Sind nur kleinere Einzelpflanzen betroffen, empfiehlt Feichtinger, die grünen Puppen mit den schwarzen Streifen von Hand abzulesen und im Kehricht zu entsorgen. Bei starkem Befall nütze aber nur die Behandlung mit einem gut wirksamen, bewilligten Insektizid. Der Buchs muss mehrmals jährlich behandelt werden. Bei Unkenntnis über Insektizide rät Feichtinger, den Gärtner kommen zu lassen. Wichtig sei auch, dass die Behandlung von innen nach aussen erfolge und die ganze Pflanze gut benetzt werde. «Ich habe Buchse gesehen, an denen mehrere Hundert Raupen nagten», sagt Feichtinger. So etwas kennt auch Rainer Schneebeli von Wartmann Gartenbau in Volketswil. Der ersten Generation der Buchsbaumzünsler ist er bei seinen Kunden mit dem Mittel Kendo von Maag Meister geworden. Es entstehen jedoch drei bis vier Generationen der Schädlinge pro Jahr. «Frisst der Buchsbaumzünsler einen Buchs kahl, dauert es bis zu zwei Jahre, bis die Pflanze sich wieder erholt hat», sagt Schneebeli. Dabei hat der teure Buchsbaum – eine Buchskugel mit einem Meter Durchmesser kostet rund 800 Franken – lange als äusserst robuste Pflanze gegolten.

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