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Von Münsingen ins Ausland geflüchtet

Verschiedene Beiträge zum NationalfeiertagDer Nationalfeiertag ist wieder einmal vorbei. Mein Gatte, unsere beiden Boxer-Hunde und ich haben ihn glücklich im Hochschwarzwald überstanden: Wir sind geflüchtet. Nur unser Kater Cello musste zu Hause leiden und kam zwei Tage nicht unter dem Bett hervor. Dass er dabei Wasser lassen musste, erklärt sich von selbst und kann ihm nicht angelastet werden.Wir wohnen in Münsingen und leiden in unserem sonst eher ruhigen Quartier seit Jahren extrem unter dem Geknalle und Getöse der Petarden und Raketen bereits Tage und Nächte vorher. Dazu kommen Gestank und beissender Rauch, der sich jeweils Stunden über dem Tal hält. Schliesslich erlitten wir bereits materielle Schäden durch Feuerwerkskörper wie einen verbrannten Liegestuhl, Blasen im Wohnwagenblech und gar Dellen in der Hauswand. Dieses Jahr haben wir daher beschlossen, zu fliehen. Als wir im Schwarzwald ankamen, vernahmen wir an verschiedenen Orten, dass die Hotels überfüllt seien mit «Schweizer Flüchtlingen». Wir waren in unserem Hotel bestens untergebracht und konnten uns selber überzeugen, dass es hauptsächlich geplagte Schweizer waren, die mit ihren Vierbeinern oder auch allein das Weite gesucht hatten.Wir genossen den 1.August beim Wandern, Spielen und schliesslich bei einem feinen Nachtessen. Unsere Hunde hätten wir sogar mit in den Speisesaal bringen dürfen, worauf wir aus hygienischen Gründen verzichteten. Die beiden schliefen selig im Hotelzimmer.In einer ersten Reaktion habe ich mir überlegt, ob ich dem Gemeinderat von Münsingen die Hotelrechnung schicken soll, denn er ist schliesslich für Ruhe und Ordnung verantwortlich und wir sind Steuerzahlende. Die Antwort weiss ich jetzt schon und kann darauf verzichten. Es genügt halt nicht, nur Empfehlungen abzugeben, die niemand beachtet. Wie wäre es, wenn der Gemeinderat öffentliche Plätze zur Verfügung stellen würde und sie anschliessend auch wieder reinigt?Es kann doch nicht der Sinn des Nationalfeiertages sein, dass zahlreiche Menschen und Tiere ins Ausland flüchten müssen. Auch wir würden nämlich gern in unserem Land feiern, weil wir uns als Schweizer fühlen und unser Land lieben.Annalise undErnst Herzog-JutziMünsingen>

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