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Von Philipp Tudor

Von Philipp Tudor Horgen – Auf der Horgner Allmend herrscht organisiertes Chaos. Es ist schwülwarm. Männer rufen sich Anweisungen zu – sie stellen die Bahnen und Stände für die Horgner Chilbi auf. Diese müssen bis zum Start morgen Abend eingerichtet sein. Einer steht mitten im Getümmel und hat ein wachsames Auge darauf, wie seine Bahn errichtet wird: Schausteller Andreas Bauer. «Das hier ist der Crazy Clown. Eine Achterbahn für die ganze Familie. Sie gehört meinem Sohn, der Juniorchef unseres Familienunternehmens ist», sagt der 52-Jährige. Er steht an einem kleinen Stehtisch in der Nähe, von hier aus kann er alles überblicken. Bauer ist an der Horgner Chilbi kein Unbekannter: Er ist zum Dritten Mal auf der Allmend. Das erste Mal vor zwei Jahren war er mit Xenox zu Gast, «der ersten Schweizer Achterbahn mit Looping». Die Erfahrungen, die er an der Horgner Chilbi gemacht habe, seien durchwegs positiv. Von den Randalierern habe er beispielsweise nie etwas mitbekommen. «Nur mit dem Wetter könnten wir mehr Glück haben», sagt er und lacht. Die letzten Chilbenen hatte es immer durchgehend geregnet. Nur Benzinpreise stören In der Zwischenzeit sind die Aufbauarbeiten fortgeschritten, auch Bauers 28-jähriger Sohn hilft mit. Er koordiniert das Zusammensetzen der auf dem Boden ausgebreiteten Rohre und Leisten und packt bei Bedarf kräftig mit an. Nach verrichteter Arbeit geht Andreas Bauer zu seinem Wohnwagen in der Nähe des Schulhauses Waldegg. Die Ruhe hat er nötig: Am Morgen noch ist er mit sechs Transportern 170 Kilometer nach Horgen gefahren, und einen Tag später muss er weiter in Richtung Bern, um eine seiner anderen Bahnen aufzustellen. Für Bauer sind solche Tagesverläufe keine Ausnahme: Er ist neun Monate pro Jahr unterwegs. Die restlichen drei verbringt er im solothurnischen Zuchwil, wo die Familie ihr Haus und ein grosses Grundstück hat. Der kräftige Mann schätzt seine Art zu leben. «Es gibt natürlich auch viel Stress, besonders wenn ich Termine einhalten muss. Aber dafür ist man viel draussen, sehr flexibel, und vor allem ist man frei.» Das Einzige, was ihn in seinem Beruf wirklich stört, sind die aktuellen Benzinpreise. «Wir müssen sehr viel fahren, das geht ins Geld.» Auch die Standgebühren seien manchmal hoch, aber die würden im Vergleich so gut wie nicht ins Gewicht fallen. Einen Betrag nennt er nicht. «Wie in anderen Geschäften» Konkurrenzdenken gebe es im Schaustellergeschäft nicht, sagt Bauer. «Die meisten haben sowieso ihre Stammplätze, ansonsten arrangieren wir uns miteinander. Vermutlich ist das wie in jedem anderen Geschäftslbereich auch.» Nachdem er dies gesagt hat, nimmt er den bunten Crazy Clown in Augenschein, der fertig zusammengebaut ist. Mit dem Ergebnis ist er zufrieden. Die Horgner Chilbi findet von Freitag, 17. Juni, bis Montag, 20. Juni, auf der Allmend statt.

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