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Von Ueli Kägi und Thomas Schifferle

Auch der FCZ beklagte sich bei der Stadt über die hohen Letzigrund-Kosten. Und GC erhält auch für den Campus keine finanzielle Hilfe.

Von Ueli Kägi und Thomas Schifferle Die Grasshoppers kämpften medial begleitet um eine Kostenreduktion für das Stadion Letzigrund. Der FC Zürich unternahm seinen Anlauf im Stillen mit einem Positionspapier an die Stadtregierung. Präsident Ancillo Canepa findet, sein Verein sei mit dem Heimstadion Letzigrund «doppelt bestraft». Erstens findet er wie GC-Präsident Urs Linsi die Kosten für die Stadionbenutzung zu hoch, seit der Eröffnung im Herbst 2007 habe der FCZ der Stadt 9,3 Mio. Franken überwiesen, rechnet er vor. Zweitens glaubt Canepa, dass das als Leichtathletik-Arena konzipierte Stadion pro FCZ-Heimspiel im Vergleich zu einem reinen Fussball-Stadion 5000 Zuschauer weniger anzieht. Er erinnert daran, wie es geheissen hatte, als er 2006 FCZ-Präsident wurde: dass der neue Hardturm 2013 steht. Canepa hat «Sympathien» für den GC-Vorstoss, der von der Stadt aber abgewiesen wurde (TA vom Samstag). Die «SonntagsZeitung» berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe, dass es der Zürcher Stadtrat zudem abgelehnt hat, einen Teil der Kosten für den GC-Campus in Niederhasli zu übernehmen. Die Grasshoppers hatten eine Beteiligung verlangt, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen. Dem FCZ hat die Stadt vor kurzem ein Stück Land im Baurecht für ein Trainingszentrum in Schwamendingen zugesprochen. Die Grasshoppers waren einst aus Zürich weggezogen, weil sie keine Aussicht auf eine entsprechende Basis hatten. Sie finanzierten den 20,5 Mio. Franken teuren Campus weitgehend selbst (die Stadt beteiligte sich mit 4 Mio.) und kommen seit der Eröffnung im Sommer 2005 auch für den Unterhalt von jährlich 2,2 Mio. Franken auf. Offenbar hat der Stadtrat bei seiner Begründung auch darauf hingewiesen, dass bei GC derzeit nur noch 44 Stadtzürcher Junioren ausgebildet werden. Der FCZ kann derzeit pro Saison für einen tiefen sechsstelligen Betrag auf der Allmend Brunau (Profis) und im Heerenschürli (Nachwuchs) trainieren. GC muss 1,5 Millionen sparen Linsi kann nicht nachvollziehen, dass die Stadt ihre Entscheidungen gegen GC mit der «Gleichbehandlung von Klubs» (Stadtrat Lauber) begründete. «Ist es denn keine Ungleichbehandlung, wenn GC die Infrastruktur seit 124 Jahren weitgehend selbst bezahlt, während andere Vereine die Anlagen der Stadt benutzen können?», fragt er. Die Grasshoppers hatten den Plan, ihre Zukunft bis 2014 mit dem sogenannten Owners Club zu sichern. Einer Gönnerorganisation mit 16 bis 20 Mitgliedern, die jährlich bis fünf Mio. Franken einschiesst. Bisher haben die möglichen Owners-Club-Mitglieder ihr Mitmachen von der Bedingung abhängig gemacht, dass der Klub seine Ausgaben um 1,5 Mio. Franken senkt. 1 Mio. hätte beim Stadion eingespart werden sollen, 500?000 Franken beim Campus. Wie die Owner auf den Entscheid der Stadt reagieren, ist unsicher. Klar ist, dass die potenziellen Gönner den Klub lieber in Zürich statt im Exil in Aarau oder Emmenbrücke sehen. Es ist deshalb nichtauszuschliessen, dass sie sich trotz der hohen Kosten für einen Verbleib im Letzigrund aussprechen.

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