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Vorläufiges Aus für Kindertagesstätte

Die Eröffnung einer privaten Kinderkrippe in Oetwil ist vorerst gescheitert. Es fehlte an einem Fluchtweg. Die Initiantin will jetzt nach einer Ersatzlösung suchen.

Von Mirjam Bättig-Schnorf Oetwil am See – Was die Kinderbetreuung betrifft, ist Oetwil ein weisser Fleck auf der Landkarte. Derzeit gibt es im Dorf keine offizielle Kinderkrippe. Vor kurzem sah es aus, als ob sich das bald ändern würde: Mitte Februar liess Marianne Ingold verlauten, dass sie Anfang Mai in Oetwil eine private Kindertagesstätte eröffnen wolle. Doch nun scheint dieses Vorhaben in weite Ferne gerückt. Die Initiantin bestätigt auf Anfrage, dass sie für den geplanten Standort der Krippe an der Willikonerstrasse 3 die nötige Bewilligung nicht erhalten habe. Das hölzerne Treppenhaus fand bei den Kontrolleuren der Feuerpolizei keine Gnade. «Es war zu schmal und als Fluchtweg ungeeignet», sagt sie. Küche muss abschliessbar sein Trotz der Abfuhr hat Marianne Ingold ihre Kita-Pläne nicht begraben. «Es ist nach wie vor mein Ziel, in absehbarer Zeit in Oetwil eine Krippe aufzumachen.» Im Moment hält sie fieberhaft Ausschau nach geeigneten Räumen. Doch die Suche gestaltet sich schwierig, denn für die Gründung einer Krippe müssen zahlreiche Auflagen erfüllt werden. Dass der Kanton klare Vorgaben macht, findet Ingold zwar in Ordnung. Doch für ihren Geschmack sind die Hürden «sehr hoch» angesetzt. Die Auflage etwa, dass jede Küche in einer neu gegründeten Kindertagesstätte baulich feuerfest abschliessbar sein muss, bezeichnet sie als «pädagogischen Witz». In einer offenen Küche mit Theke sei es möglich, bei der Essenszubereitung mit den Kindern zu kommunizieren und sie ins Geschehen mit einzubeziehen. «In einer geschlossenen Küche sind die Kinder vom Kochprozess ausgeschlossen.» Die ausgebildete Krippenleiterin überlegt sich nun, zumindest mit einer Waldkrippe zu starten, bis sie eine passende Lokalität gefunden hat. Doch auch für eine Waldkrippe benötigt sie von Gesetzes wegen eine bestimmte Ausweichfläche im Trockenen. Klar ist laut Ingold, dass der Bedarf nach externer Kinderbetreuung im Dorf vorhanden ist. «Ich habe bereits etliche Interessierte auf der Liste.» Voreilig gehandelt Auch die Gemeinde Oetwil ist grundsätzlich interessiert daran, dass ein Krippenprojekt zustande kommt, wie Erika Hotz, Leiterin Soziales, versichert. «Denn andernfalls sind wir verpflichtet, selber eine vorschulische Tagesbetreuung zur Verfügung zu stellen.» Hotz bedauert, dass Ingolds Pläne vorerst geplatzt sind. Sie betont aber: «Das Vorhaben wurde in der Zeitung angekündigt, bevor wir die Bewilligung erteilt haben. Damit hat Frau Ingold voreilig gehandelt.» Man suche nun das Gespräch mit ihr und werde sie auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten unterstützen.

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