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Währschaftes vom Schlachthof

Liebhaber von Fleischgerichten kamen am Schlachthüüslifäscht auf dem Küsnachterberg auf ihre Rechnung. Allein vom Spanferkel fanden 58 Kilogramm den Weg auf die Tische der Festwirtschaft.

Von Ueli Zoss Küsnacht – Als Ruedi Rüegg aus Zumikon und Walter Pfister aus Egg zusammen den Grill anwerfen, bedienen sie einen grossen Rost, auf dem zehn Steaks brutzeln werden. So viele Stücke vom Schwein aufs Mal sind nötig: Bis am frühen Abend werden sich im Weiler Wangen rund 400 Gäste am 4. Schlachthüüslifäscht, organisiert vom Verein Schlachtlokal Küsnachterberg und Umgebung, eingefunden haben. Rüegg kalkuliert mit 58 Kilogramm vom Ferkel. Auf einem kleineren Grill wird er 9 Kilogramm Gigot vom Lamm verarbeiten. Die Steaks sind saftig, das Gigot riecht gut, und auch die Bauernschüblig, die kräftig geräuchten und fein gewürzten Würste aus Rind- und Schweinefleisch, finden reissenden Absatz. Zum Verzehr werden aber auch andere urchige Spezialitäten wie Blut- und Leberwurst, Rippli, Schnörrli und Nierstücke von der netten Bedienung an die Tische gebracht. Sollte sich jetzt zufälligerweise ein Vegetarier in die muntere Runde verirrt haben, kommt er nicht auf seine Kosten. Die 22,5 Kilogramm Kartoffelsalat als Beilage sind bereits kurz nach Mittag aufgebraucht. Fleischfest spricht sich herum «Wir haben jedes Jahr mehr Besucher, unser Fest spricht sich herum», sagt Dorothee Herrmann vom Verein des Schlachtlokals, dem insgesamt 57 Mitglieder angehören. Hauptsächlich sind es Nutztierhalter, Metzger und Jäger. Schafzüchterin Herrmann kümmert sich um die administrativen Belange im Verein, speziell um die Tierverkehrsdatenbank. Wird ein Tier aus dem Datenspeicher mit dem Eintrag «abgemeldet» versehen, bedeutet dies, es ist im Schlachtlokal Küsnachterberg gemetzget worden. Eigentlich ist das opulente Festessen eine vorgezogene Metzgete. Die Metzgete, das war früher der Tag im Herbst, an dem die Bauern den Zehnten abgeben mussten. Sie feierten gleichzeitig das Ende der Feldarbeiten und freuten sich über die gefüllten Speicher, Scheunen und Keller. Ein Stück Tradition lebt am Schlachthüüslifäscht weiter. Zu der Landbevölkerung gesellen sich Städter: Bauern und Immobilienhändler sitzen am gleichen Holztisch. Der neuste Klatsch aus dem Dorfleben ist zu vernehmen, und aus den Lautsprechern ertönt Bodenständiges. Schafwurst und Rinder-Cervelat Nicht zum Verzehr, sondern zum Kauf wird eine neue Spezialität angeboten. Der pensionierte Metzger Hansjörg Wagner bietet den Schlachthüüsli-Griller, verpackt in Portionen zu 500 Gramm feil. Das Besondere an den Würsten ist: Sie sind zu 100 Prozent aus Schaffleisch, gewürzt mit Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Majoran und weiteren Zutaten. Es ist nicht seine erste Eigenkreation. Wagner lebte lange als Fleischhändler in Buenos Aires. Andere Auslandschweizer hatten hin und wieder Lust auf einen Cervelat, «also fabrizierte ich solche aus argentinischem Rindfleisch». Seine Schaffleischwürste verkauft er im Schlachtlokal. Lammkeule, Spanferkel und Würste finden reissenden Absatz . Foto: Ueli Zoss

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