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Wandel von der Bibliothek zur E-Library

Für Bibliotheken wird die Kombination von gedrucktem und elektronischem Buch zur Zerreissprobe. Sie müssen sowohl das gedruckte Kulturgut der Vergangenheit wie auch neue elektronische Inhalte anbieten. «Wenn das Budget nicht dem wachsenden elektronischen Angebot angepasst werden kann, wird es in Zukunft zwangsläufig zu einem Rückgang beim Erwerb gedruckter Dokumente kommen», sagt Marianne Rubli Supersaxo, Direktorin der Universitätsbibliothek Bern (UB). Es gäbe dann Lücken im Angebot von Berns grösster Bibliothek. Rubli verweist zudem auf eine kostspielige Paradoxie: Für die teils nur noch elektronisch greifbaren wissenschaftlichen Zeitschriften müssten immer höhere Abo-tarife bezahlt werden. Mit ihren staatlichen Subventionen kaufe eine Bibliothek also teuer Ergebnisse der Forschung, die ebenso staatlich finanziert werde. Der Staat zahle quasi doppelt. Im Internetzeitalter haben Bibliotheken überdies ein Legitimationsproblem. Verkürzt lautet das Vorurteil: Wofür braucht es noch Bibliotheken, wenn es Google gibt? «Google listet nur kostenlose, unstrukturierte und qualitativ heterogene Information auf», repliziert Direktorin Rubli. Eine Bibliothek sei gerade wegen der Informationsflut unabdingbar, um Struktur zu geben und die Qualität der elektronischen Informationen zu sichern, indem sie dafür bezahle. Noch lindert der Vormarsch des E-Books die Platznot der UB nicht. Von ihren 78000 Neuanschaffungen im Jahr 2008 waren 2000 Dokumente elektronisch.4 der total 4,5 Millionen UB-Dokumente sind auf Papier gedruckt. Der Anteil elektronischer Texte wächst aber. Die UB bietet Zugriff auf 36000 elektronische Zeitschriften an und hat 240000 Seiten historischer Berner Dokumente digital erfasst.svb>

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