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Wie früher in der Villa am Aabach

Die Ustermer Künstlergruppe lud am Wochenende zur Vernissage in die Villa am Aabach. Die Ausstellung gefällt in ihrer Vielfalt.

Von Renato Bagattini Uster &endash Es war schon fast wie in alten Zeiten. Die Tür zur Villa am Aabach stand weit offen und lud den interessierten Ausstellungsbesucher in ihre Räume. Lange Jahre war die Villa so etwas wie der Mittelpunkt des Ustermer Kunstschaffens gewesen, ehe sich die Mehrzahl der Ustermer Bevölkerung in einer Abstimmung für die Abschaffung der Institution entschied. Jahrelang auch war die Villa derjenige Ort, wo die Künstlergruppe Uster ihre jährliche Ausstellungen tätigte. Heuer war es nach einer längeren Pause zum zweiten Mal wieder so weit. Freilich mussten die Künstler dafür in die eigene Tasche greifen und das Haus für die beiden Wochen mieten. Das hat sich durchaus gelohnt: Wer an die Ausstellung kommt, wird mit unterschiedlichster Mal-, Fotografier- und Objektkunst unterhalten. Farbig und schwarzweiss Elf Künstlerinnen und Künstler haben ihre Beiträge für dieses Jahr öffentlich gemacht. Die Qualität, die die Werke der Künstlergruppe stets auszeichnete, ist schon beim Eintreten sichtbar. François Aebersold empfängt die Besucher mit einem ersten Bild, und er ist sich selbst und seiner Bildsprache treu geblieben: kräftige Farben, fein strukturiert, dominieren sein Werk mit den südländischen Landschaftsmotiven. Ganz im Kontrast dazu Leo Willimanns Naturmotive aus hiesigen Gefilden, freilich in gewohnt zurückhaltender Art, doch durchaus lebendig durch eine kräftige Farbgebung. Von strenger Gegensätzlichkeit sind die fotografischen Arbeiten von Hansruedi Meyle, Peter Schulthess und Dani Fritschi. Während der Berufsfotograf Meyle seine Blumenfotos in panoramaähnlichem Format und auf Leinwand gedruckt zeigt und damit die Grenzlinie von Fotografie und Malerei auslotet, geht Schulthess einen anderen Weg. Die digitalen Möglichkeiten sind für ihn das Mittel zum Zweck, und in radikaler Weise verändert er eine Aufnahme, bis sie als solche nicht mehr erkennbar ist und eher an bunte Stoffbahnen erinnert. Tage der «offenen Tür» Im Gegensatz dazu stehen die puristischen und mit modernster digitaler Scan- und Druckertechnologie entstandenen Schwarzweissaufnahmen des Amateurfotografen Dani Fritschi. Ganz im Stil und künstlerischen Ausdruck der Meister der grossformatigen Landschaftsfotografie der 40er- und 50er-Jahre, leben seine technisch perfekten Arbeiten von einer meditativen Stille. Unverkennbar auch die Arbeiten von Milly Schmid, Ursula Conz und Marianne Theis. Der strengen Geometrie von Conz und Theis steht das freie, abstrakte Werk von Schmid in einem Kontrast gegenüber, der für Spannung sorgt. Rebekka Gueissaz und Sibyl Kamm, zwei neuere Mitglieder in der Künstlergruppe, sorgen mit ihren Arbeiten für neue Elemente. Und nicht zu übersehen ist Yvonne Escher-Vuilleumiers grossformatiges Werk «Manchmal ist es gut, die Türe offen zu lassen . . .». Das könnte auch das Motto der Ausstellung sein, die einen guten Einblick in das Ustermer Kulturleben gibt. An der Ausstellung fehlen ein paar Mitglieder der Künstlergruppe Uster mit ihrem Schaffen, etwa Esther Kohler oder Jurij Kolb. Die Künstler haben aus unterschiedlichen Gründen auf die Ausstellungsteilnahme verzichtet. Ausstellung der Künstlergruppe Uster bis 20. November in der Villa am Aabach in Uster. Montag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr.

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