Zum Hauptinhalt springen

Winterthur will weiter wachsen

Der Stadtrat will mehr Einwohner, mehr Arbeitsplätze, aber nicht mehr Autos.

Von René Donzé Winterthur – Wie sich Winterthur in den nächsten vier Jahren entwickeln soll, dazu hat der Stadtrat gestern eine vielseitige Broschüre mit Leitlinien und Zielen präsentiert. Die «Legislaturschwerpunkte» nennen keine messbaren Zielgrössen, etwa in Bezug auf Einwohner, Arbeitsplätze oder auch Steuerkraft. Vielmehr bestehen sie aus Sätzen wie: «Alle Menschen sollen ihr Leben nach ihren Bedürfnissen gestalten können.» Und: «Die nachhaltige Entwicklung der Stadt Winterthur ist die generelle Zielsetzung des Stadtrates.» Keine neuen Strassen Was ist darunter zu verstehen? Winterthur wird weiter wachsen. Gemäss Stadtpräsident Ernst Wohlwend gibt es noch Platz für rund 20 000 zusätzliche Einwohner zu den bereits dort wohnenden 100 000. Der Stadtrat will dafür sorgen, dass die Bevölkerungsstruktur gut durchmischt bleibt und dem kantonalen Durchschnitt entspricht. Ein grosser Teil des Wachstums wird im Gebiet Neuhegi stattfinden, wo der Baukonzern Implenia kürzlich ein riesiges Areal von Sulzer übernommen hat. Der Stadtrat hat eine Planungszone beim Kanton beantragt und verfügt erhalten. Das gibt ihm Zeit, die planerischen Grundlagen zu schaffen, damit dort ein guter Mix aus Wohnungen und Arbeitsplätzen entsteht. Eine Herausforderung werde die Verkehrserschliessung von Neuhegi darstellen, sagte Bauvorsteherin Pearl Pedergnana: «Ich bin aber überzeugt, dass es uns gelingen wird, mit Implenia ein zeitgemässes Verkehrskonzept zu entwickeln.» Ein solches Konzept wird es demnächst auch für den Verkehr in der ganzen Stadt geben. Pedergnana sagt: «Der Verkehr muss im Wesentlichen im bestehenden Strassenraum bewältigt werden.» Es gibt kaum neue Strassen und kaum mehr Platz für Autos. Der Stadtrat setzt auf den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr. Bis Ende Jahr wird das Verkehrskonzept vorliegen. Neue Plätze und Schulhäuser Wichtige Bauprojekte werden in den nächsten vier Jahren in der Stadt realisiert: Der Bahnhofsplatz wird neu gestaltet und ebenso die Rudolfstrasse auf der hinteren Bahnhofseite. Die Verwaltung wird in einen neues Gebäude auf dem Sulzer-Areal ziehen, sofern das Stadtparlament zustimmt. Vier neue Schulhäuser werden geplant oder gebaut: in Wülflingen (Wyden) und Oberwinterthur (Zinzikon, Wallrüti und Neuhegi). Die Stadt erhält mit dem Teuchelweiherplatz einen neuen Park und mit dem neu gestalteten Merkurplatz eine attraktive Erweiterung des Stadtparks. Zudem will die Stadt die triste Zürcherstrasse in Töss aufwerten. Und neue Spielplätze sollen nicht nur Kinder zu mehr Bewegung animieren. Um all dies und vieles mehr zu finanzieren, hofft Finanzvorsteherin Verena Gick (FDP) auf eine steigende Steuerkraft dank mehr Firmen und guter Steuerzahler. Mit der Reform des Finanzausgleichs wird die Stadt 86 Millionen Franken für Zentrumslasten erhalten, dafür entfällt die bisherige Defizitgarantie. Allerdings muss die Reform noch die Volksabstimmung überstehen, da die Jungparteien von SVP und FDP dagegen das Referendum ergriffen haben. Gick hofft, dass die Stadt dank des neuen Finanzausgleichs wieder Eigenkapital bilden kann, um schlechtere Jahre zu überstehen. «Für Steuerfusserhöhungen gibt es kaum Spielraum», sagt sie und verweist auf die umliegenden Gemeinden, die tendenziell ihre Steuerfüsse senken werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch