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Wo bitte gehts hier zum Bahnhof?

Eine riesige Baustelle erschwert Pendlern den Weg zum Bahnhof Dübendorf. Ein Lotse sorgt dafür, dass sich die Leute nicht verirren.

Von Thomas Bacher Dübendorf – Eigentlich ist Markus Ritz Verkehrsdienstmitarbeiter. Am Bahnhof Dübendorf kommt ihm aber eher die Rolle eines Hirten zu – was keineswegs ein leichter Job ist. Denn schon wieder streunt ein «Lämmchen», wie er die Passanten liebevoll nennt, orientierungslos umher. Bevor es sich auf der Baustelle verirrt, lotst er es mit genauen Anweisungen zurück auf den richtigen Weg. Das Lämmchen, ein junger Mann, bedankt sich mit einem Kopfnicken. Und schon kommt der nächste Bus und spuckt eine weitere Pendlerherde aus, die von Ritz mit Handzeichen und Zurufen Richtung Bahnhof geführt wird. Der Grund für den Lotsendienst ist die Grossbaustelle Bahnhof-Nord. Hier entsteht die neue Zentrumsüberbauung Insiderpark. Und weil die nördliche Passantenunterführung im Weg ist, wird derzeit ein Teilstück von einem Bagger mit imposanter Hydraulikzange abgetragen, ja richtiggehend zerkaut. Bis die neue Unterführung voraussichtlich Ende März erstellt ist, müssen die Pendler ein Provisorium benützen. Dabei handelt es sich um den späteren Anlieferungskorridor, der nach einigen Anpassungen den Warenlift mit der zukünftigen Ladenpassage verbinden wird. Weil sich der Eingang zu diesem Provisorium rund 50 Meter schräg gegenüber dem früheren Eingang befindet, stehen die Menschen zuweilen hilflos vor der gesperrten alten Unterführung – bis Markus Ritz helfend einschreitet. Das ist auch bitter nötig: Denn der Plan, der eigentlich der Orientierung dienen sollte, ist verkehrt aufgehängt, weshalb einzelne Passanten schon im benachbarten Quartier nach dem Weg zum Bahnhof gesucht haben. «Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier», weiss Ritz aus Erfahrung – und ein Herdentier obendrein: Denn sobald einige Leithammel in die korrekte Richtung unterwegs seien, folge ihnen die Herde, schmunzelt der Verkehrsdienstmitarbeiter, der wochentags jeden Morgen und Abend während der Stosszeit am Bahnhof-Nord stationiert ist. Die Arbeit wird ihm nicht ausgehen. Denn bereits am Montag werden die nächsten Weihnachtsferien-Rückkehrer verwirrt vor der Absperrung stehen. Markus Ritz führt herumirrende Menschen auf den richtigen Weg. Foto: David Kündig

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