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Wohin mit den Jugendlichen?

Seit kurzem können sich Jugendliche aus dem unteren Furttal in einem mobilen Bauwagen treffen. Dessen Standorte sind aber nicht immer ideal. Das erschwert den Einsatz der Jugendarbeiter.

Von Andreas Frei Otelfingen – Jugendarbeiter Patrick Hanke ärgert sich: «Mein Antrag, jede zweite Woche die Turnhalle der Sekundarschule Otelfingen benutzen zu können, wurde von der Schulpflege abgelehnt. Dies, obwohl die Jugendlichen noch letztes Jahr jeden Samstagabend in die Turnhalle durften.» Seit Herbst ist Hanke mit dem Bauwagen des Trägervereins Jugendhaus unteres Furttal (Tjuf) in den vier Gemeinden Boppelsen, Dänikon, Hüttikon und Otelfingen unterwegs. In Otelfingen macht der Wagen jede fünfte Woche zudem auf dem Schulgelände halt. Denn die Schulgemeinde beteiligt sich finanziell am Tjuf. «Die Schulpflege bezog sich auf den Fahrplan und will daran nichts ändern.» Hanke sah nach der ersten Testphase Verbesserungspotenzial für den Tourplan. «Im Winter sind Standorte wie in Hüttikon am Waldrand, mit einer mobilen Toilette, für die Jugendlichen nicht attraktiv.» Zu den Treffen auf dem Otelfinger Schulgelände kämen am meisten Jugendliche. «Etwas Kontinuität gäbe den Kids Sicherheit und würde meiner Betreuungsarbeit helfen», sagt Hanke. Die Standorte in Hüttikon und Boppelsen seien zudem für die meisten Jugendlichen schwer zu erreichen. Mit dem Transport von Ort zu Ort, der mobilen Toilette und dem logistischen Aufwand der Bauwagentour entstehen Zusatzkosten von rund 1000 Franken im Monat. Hankes Plan sah deshalb vor, den Bauwagen im Winter abwechslungsweise vor den Turnhallen in Otelfingen und Dänikon zu parkieren. «Dänikon hat mir signalisiert, dass es einverstanden wär, falls Otelfingen mitmacht.» Nun fällt dieser Plan ins Wasser. Für Hanke unverständlich: «Wir hatten noch nie Beschwerden aus der Bevölkerung oder vom Hausabwart der Schule. Alles läuft reibungslos.» Das bestätigen die Gemeinden. Schulpflege will neues Konzept Christian Frey, in der Oberstufenschulpflege für die Liegenschaften verantwortlich, beruhigt: «Der Tjuf ist eine tolle Sache. Wir unterstützen das Projekt voll und ganz.» Das Schulgelände Otelfingen sei ein optimaler Standort, deshalb habe man im Sommer das Einverständnis für die Nutzung gegeben. Dass es jetzt mit dem Zweiwochenturnus nicht klappe, habe formelle Gründe. Die Spielregeln mitten im laufenden Projekt Hals über Kopf zu ändern, fände die Oberstufenschulpflege nicht gut. «Wenn der Tjuf den Plan ändern will, sollten sich dazu alle zusammensetzen.» Dazu gehöre ein neues, überarbeitetes Konzept. Grundsätzlich stehe man aber hinter der professionellen Jugendarbeit im Furttal. Frey bedauert, dass nicht alle Standorte des Bauwagens in den vier Gemeinden optimal seien. Es gebe Verbesserungspotenzial, wenn die Gemeinden dieses ausschöpfen wollten. «Vielleicht hätte man von Anfang an mit allen Schulgemeinden verhandeln sollen, um Zugang zu sanitären Anlagen in Schulhausnähe vor Ort zu kriegen.» Frey wird an der nächsten Tjuf-Sitzung das Gespräch mit den Verantwortlichen des Vereins suchen, um Lösungen zu finden. Fixer Standort wäre einfacher Otelfingens Gemeinderat und Jugendbeauftragter Markus Bopp versteht die Haltung der Schulpflege. «Natürlich ist die Kombination Bauwagen und Turnhalle für die Jugendlichen ideal. Aber ich verstehe auch die Schulpflege, die weiss, dass es noch andere Turnhallen im Einzugsgebiet gibt.» Nun müsse man schauen, wie es weitergeht. «Mit dem Bauwagen betreten wir Neuland. Es braucht nun etwas Zeit, bis sich das einspielt und alles klappt.» Bopp gehört zu jenen, die den Bauwagen von einem Ort zum anderen fahren. «Das ist logistisch schon problematisch. Ein fixer Standort wäre einfacher.» Noch kein Jugendhaus in Sicht Die Suche nach einem Jugendhaus sei immer noch im Gange. «Ich bin offen für alle Ideen», sagt Bopp. Auch für Jugendarbeiter Hanke ist klar, dass der Bauwagen nur eine Zwischenlösung ist. «Irgendwo muss es einen passenden Raum geben. Man muss doch nur wollen.» Im Tjuf-Bauwagen ist es eng. Der zum Furttaler Jugendtreff umfunktionierte Bauwagen hält nicht immer an optimalen Standorten. Foto: Archiv

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