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Zolliker Gemeinderat sagt Ja zu gemeinnützigem Wohnungsbau

Die Behörde spricht sich für die Landabgabe an Wohnbaugenossenschaften aus. Änderungen an der Buslinie 910 in Zollikerberg lehnt sie ab.

Von Christian Dietz-Saluz Zollikon – Als Bewohner einer typischen Goldküstengemeinde sind alle Zolliker reich – so will es das gängige Vorurteil. Falsch, sagt der Gemeinderat und verweist auf die Statistik. «70 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner verfügen über ein steuerbares Einkommen von unter 100 000 Franken pro Jahr», schreibt die Behörde in ihrem jüngsten Verhandlungsbericht. Weitere 15 Prozent versteuerten ein steuerbares Jahreseinkommen zwischen 100 000 und 200 000 Franken. Die soziale Durchmischung von Zollikon sei deshalb noch keineswegs in Schieflage. Gleichwohl stellt sich der Gemeinderat hinter die Einzelinitiative von FDP-Präsident Marc Raggenbass für familienfreundlichen Wohnungsbau. Nachdem die Gemeindeversammlung den Vorstoss im Dezember 2009 für erheblich erklärt hat, liegt jetzt die ausgearbeitete Vorlage zur Abstimmung bereit. «Zum Erhalt der guten Durchmischung ist es wichtig, dass junge Familien finanzierbare Wohnungen in der Gemeinde finden», kommentiert der Gemeinderat die Initiative. Die auf dem freien Markt neu erstellten Wohnungen befänden sich nämlich tendenziell in einem hohen Preissegment. Der Gemeinderat teilt daher die Einschätzung des Initianten, dass der familienfreundliche Wohnungsbau in Zollikon vonseiten der Gemeinde aktiv gefördert werden soll. Nur Grundstücke abgeben Gemeindeeigene Liegenschaften will der Gemeinderat allerdings nicht wie von Marc Raggenbass angeregt an Wohnbaugenossenschaften abgeben. Nach Meinung der Behörde wird der betreffende Wohnungsbestand zur Erfüllung von gemeindeeigenen Aufgaben gebraucht. Dazu gehören etwa Notwohnungen und Wohnungen für Sozialhilfeempfänger, Wohnungen für Mitarbeitende mit Pikettdienst und Hauswartfunktionen oder auch Wohnungen für die Mitglieder der Feuerwehr und des Seerettungsdienstes. Die Wohnliegenschaften der Gemeinde wiesen ausserdem nur ein beschränktes Potenzial für den gemeinnützigen Wohnungsbau auf. «Aus diesen Gründen sollen keine gemeindeeigenen Wohnliegenschaften an Baugenossenschaften abgegeben werden», hält der Gemeinderat fest. Gemeindeeigene Grundstücke in der Bauzone mit mehr als 1000 Quadratmeter Fläche, die für den gemeinnützigen Wohnungsbau geeignet wären, gibt es jedoch nur wenige. Der Gemeinderat empfiehlt jetzt den Stimmberechtigten die Abgabe im Baurecht von drei Grundstücken: eines an der Zelggasse (Kataster-Nummer 8363), eines an der Rotfluh-/Neuhausstrasse (Kataster-Nummer 8362) und den unüberbauten Teil eines Grundstücks an der Rütistrasse (Kataster-Nummer 9539). Bus-Initiative zu teuer Nicht einverstanden ist der Gemeinderat mit einer Einzelinitiative von Hans-Ulrich Hostettler. Der Zollikerberger schlägt eine neue Streckenführung der Buslinie 910 in Zollikerberg vor. Sie soll neu über die Hohfuren-/Rietholzstrasse statt über die Neuackerstrasse führen. Die Initiative bezweckt eine bessere Erschliessung des Quartiers Im Ahorn. Die Änderung der Streckenführung würde zwar zu einer Verfeinerung der räumlichen Erschliessung führen, räumt der Gemeinderat ein. Das Quartier Im Ahorn sei allerdings bereits genügend erschlossen, weil sich alle Häuser im Radius von 750 Metern einer Forchbahn-Haltestelle befinden.» Aus diesem Grund empfiehlt der Gemeinderat die Ablehnung der Initiative. Auch die Kosten von 500 000 Franken für einmalige Infrastrukturanpassungen und von 500 000 Franken, jährlich wiederkehrend, für ein Zusatzfahrzeug sprächen gegen die Initiative.Über beide Einzelinitiativen befindet am 22. Juni die Zolliker Gemeindeversammlung. Informationsveranstaltung zur Initiative «Neue Streckenführung der Buslinie 910 in Zollikerberg»: Donnerstag, 9. Juni, um 20 Uhr im Gerenhaus, Binzstrasse 2 in Zollikerberg.

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