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Zugchefin als Nazischlampe beschimpft

Weil sie eine SBB-Zugchefin beschimpft und eine Polizistin attackiert hatte, stand eine Dozentin vor dem Bezirksgericht Zürich.

Von Attila Szenogrady Vor Gericht hinterliess die 43-jährige Dozentin, die im Bezirk Hinwil wohnt, einen harmlosen Eindruck. Der Verteidiger erklärte, dass seine Klientin unter einem sogenannten DDR-Syndrom leide. Was bedeute, dass die ostdeutsche Universitätsabgängerin vor allem bei autoritär auftretenden Personen und blauen Uniformen die Beherrschung verlieren könne. Die Anklageschrift führte gleich zwei Vorfälle zu diesem Leiden der Beschuldigten auf. Das erste Ereignis geschah 2009, als die Angeschuldigte in der S 5 in Bubikon einer Billettkontrolle unterzogen wurde. Als die SBB-Zugchefin das Ticket der Passagierin als ungültig erachtete, rastete diese aus. Sie beschimpfte die Kontrolleurin nicht nur als «Nazischlampe», sondern auch als «Stasinutte» und drückte diese unsanft zur Seite. Nur wenige Monate zuvor hatte die Beschuldigte im Zürcher Warenhaus Jelmoli die Fassung verloren. Trotz eines Hausverbots betrat sie die Asia-Abteilung und legte sich mit dem Personal an. Als die Polizei eintraf und ihre Papiere sehen wollte, ging sie auf eine Beamtin los und schlug ihr gegen Kopf und Oberkörper. Darauf wurde die Angetrunkene in eine Klinik eingewiesen. Am Donnerstag musste sich die Dozentin wegen mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie Hausfriedensbruchs vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Der Strafantrag lautete auf eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 120 Franken sowie auf eine Busse von 800 Franken. Die Beschuldigte lies ihren Rechtsanwalt auf Freispruch plädieren. Zum Vorfall im Zug stellte der Anwalt Gewalt und Drohung in Abrede. Zum grossen Teil mit Erfolg. So kam das Gericht nur bei der Attacke gegen die Polizeibeamtin zu einem Schuldspruch. Durch die Beschimpfungen sei keine Behinderung der Amtshandlung entstanden. Es kam zu einer milden, bedingten Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu 120 Franken.

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