Zum Hauptinhalt springen

Zum ersten Mal fehlten Heizer

Der Dampfbahn-Verein Zürich Oberland blickt auf eine positive Saison zurück. Trotz höherer Fahrpreise gingen die Passagierzahlen nicht zurück.

Von Beatrice Zogg Hinwil &endash Hugo Wenger als Präsident des Dampfbahn-Vereins Zürcher Oberland (DVZO) ist zufrieden mit der diesjährigen Saison. Auch die vielen verregneten Wochenenden würden die Bilanz nicht trüben. Der Verein konnte auf den fahrplanmässigen Zügen 12 500 Billette für Einfachfahrten verkaufen. Nochmals so viele Tickets konnte er mit diversen Extra- und Sonderfahrten verbuchen. Dies entspreche etwa den 25 000 verkauften Tickets, die der Verein seit Jahren notiert. Jeweils von Mai bis Oktober fahren die historischen Museumszüge zwischen Hinwil und Bauma. Extrafahrten sind auch ausserhalb dieser Zeit möglich. Besonders freut Wenger, dass der Verein die Passagierzahlen halten konnte, obwohl eine Retourfahrt neu 35 Franken kostet, 6 Franken mehr als im Jahr zuvor. «Mit der Erhöhung der Mehrwertssteuer und den anfallenden Kosten war eine Preisanpassung unumgänglich», sagt der DVZO-Präsident. Kinder bis 16 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen konnten aber wie bis anhin gratis mitfahren. «Preisanpassung war nötig» Damit der Betrieb der Elektrolokomotive, der vier Dampflokomotiven und der drei Dienstfahrzeuge reibungslos läuft, sind während der Dampfbahnsaison viele Helfer im Einsatz. Der Verein zählt 700 Mitglieder, davon sind etwa 250 als Aktive eingetragen. «Wir arbeiten alle ehrenamtlich», sagt Wenger. Trotz der vielen Mitglieder hatte die Museumsbahn dieses Jahr erstmals Schwierigkeiten beim Lokpersonal. Nur noch vier Männer waren als Heizer im Einsatz. Der Verein musste darum mehrmals von den Dampfloks auf elektrische Züge ausweichen. Das Problem sollte auf die nächste Saison hin gelöst sein: Momentan lassen sich Vereinsmitglieder zu Heizern ausbilden. «Wer aktiv bei uns mitmachen will, beginnt meist als Helfer in der Werkstatt, damit er die Technik der Loks kennen lernt», sagt Wenger. Wer sich dann als Heizer bewährt, könne nach der entsprechenden Ausbildung auch Lokführer werden. Bereits dieses Jahr hatten die Heizer mit einer neuen Kohle eingeheizt, die vor allem ein Problem reduziert: den Funkenflug, der bei starker Trockenheit Böschungsbrände verursachen kann. Die neue Kohle stammt aus Sibirien und produziert weniger Rauch. «Sie ist zwar rund 20 Prozent teurer als die herkömmliche Kohle, dafür umweltfreundlicher», sagt Wenger. Der Verein musste ab diesem Sommer zudem mehr Personal im Führerstand einsetzen &endash es fuhren drei statt wie bisher nur zwei Personen mit. Das Bundesamt für Verkehr hatte die Sicherheitsvorschriften auf den 1. Juli hin verschärft. Noch ist nicht sicher, ob die Personalaufstockung bei den Dampfloks reicht. Denn der Bund fordert ein elektronisches Zugsicherungssystem, was für die Museumsbahnen aber zu teuer wäre. In diesen Tagen trifft sich Wenger, der auch den Verband historischer Eisenbahnen Schweiz präsidiert, mit Vertretern des Bundesamtes für Verkehr, der BLS und der SBB. «Wir hoffen, dass unsere Lösung definitiv akzeptiert wird und wir auf dem eingeschlagenen Weg vorwärtskommen», so Wenger. Hallenumzug rückt näher Eine grosse Aufgabe für den Verein ist der Abbau der historischen Bahnhofshalle in Olten im nächsten September. Die Bahnhofshalle, die in Bauma aufgebaut werden soll, stammt ursprünglich aus Basel. 1905 erfolgte der Umzug in die SBB-Werkstätten Olten. Seither wird sie als Lagerschuppen und als Schreinerei in den Wagenreparaturwerkstätten der SBB verwendet. 2007 wurde der historische Wert der Halle erkannt. Dampfbahnpräsident Hugo Wenger freut sich über 25 000 verkaufte Billette. Foto: Conny Suter

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch