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Zur 100-Jahr-Feier ganz in Weiss

100 Jahre hat der Tennisclub Bellevue auf dem

Zum Zeitpunkt der Gründung im August 1909 war er der dritte Tennisklub der Stadt, heute ist er der älteste: der Tennisclub Bellevue an der Thormannstrasse, gelegen am Ende einer kleinen Baumallee beim oberen Eingang zum Tierpark Dählhölzli. Nie ein NobelklubAnders als die anderen Klubs war der TC Bellevue nie ein Nobelklub. Das Klubhaus bestand in den Anfängen aus Holz. Bald sollte das Gebäude durch ein Steinhaus ersetzt werden, doch aus dem Provisorium wurde ein Providurium. Zwar wurde immer wieder repariert und gestrichen und saniert, 1978 folgte eine Fensterfront und 1982 der Anschluss an die städtische Kanalisation. Doch erst 1991, gut 80 Jahre nach der Gründung, entstand ein Klubhaus aus Backstein. «Ganz normale Leute»«Unsere Klubmitglieder waren immer ganz normale Leute», erzählt Fred Krebs (78), Mitglied seit 1953. «Für die Berner Schickeria gab es andere Klubs.» An besonders prominente Personen kann er sich denn auch nicht erinnern. Kanzler und OberstDie Aussage über fehlende Prominenz stimmt nicht ganz. Die beiden Gründungsmitglieder des TC Bellevue hiessen Robert Käslin und Gottfried Immenhauser. Zum Zeitpunkt der Gründung stand Käslin erst an der Schwelle zu einer Karriere in der Bundesverwaltung. 1925 wurde der ausgebildete Jurist zum Bundeskanzler gewählt. Als «achter Bundesrat» galt er bald als Pionier der Öffentlichkeitsarbeit in Regierungsgeschäften. Gottfried Immenhauser, bei der Vereinsgründung 45 Jahre alt, arbeitete für die Berufsarmee. Im Generalstab schaffte er es zum Obersten und war wesentlich beteiligt bei der Planung der Mobilmachung von 1914. In späteren Jahren begründete der passionierte Pilot die Schweizer Luftwaffe mit Basis in Dübendorf. Mit dem Zweiten Weltkrieg geriet der Verein an den Rand seiner Existenz. Nur dank privaten Vorschüssen des damaligen Präsidenten konnte der Klub überleben. Erst 1962 reichte das Geld für die nötige Erneuerung des Platzes mit einem neuen Belag und einer Beleuchtung. Heute zählt der TC Bellevue über 110 Mitglieder, davon sind 80 aktiv. Damals wie heute steht das Spiel in einer legeren, familiären Atmosphäre im Vordergrund, mehr ausgerichtet auf Gesundheits- denn auf Wettbewerbssport. Laut Andrea Wermuth (32), heute berufstätige Mutter und früher in der 1.Liga, ist der TC Bellevue «unkomplizierter als andere Klubs». Hier sei es kein Problem, einmal einen Match zu verlieren. 100 Jahre und noch weissDie Bekleidung war schon immer weiss, aber in frühen Jahren lang: Herren trugen lange Hosen, Damen lange Röcke, dazu langärmlige Blusen und Hemden. Shorts und Shirts und Miniröcke gabs noch nicht. Für den Klub von heute gilt die damalige Bekleidung als Kostümierung. Am Plauschturnier vom Samstag hat die Präsidentin Christine Gubler die Teilnehmenden aufgerufen, entsprechende Kleider anzuziehen. Ein Gang zum Kostümverleih muss es nicht sein, aber etwas weniger Haut würde es tun. Für Unterhaltung ist am Jubiläumsfest also gesorgt. Hannah EinhausEin Plauschturnier in historischer Tennisbekleidung findet am Samstag, 15.August, ab 14 Uhr statt (Ausweichdatum 16.August). Zuschauer sind willkommen. •www.tcbellevue.ch>

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