Zum Hauptinhalt springen

Zustimmung zur Umfahrung von Obfelden und OttenbachObfelden und Ottenbach sollen umfahren werden

Der Kantonsrat will die beiden Dörfer im Säuliamt vom Durchgangsverkehr entlasten. Damit ist aber erst politisch der Entscheid über den Autobahnzubringer gefallen. Jetzt sind die Gerichte dran. Der Kantonsrat will die beiden Dörfer vom Durchgangsverkehr entlasten. Die Gegner der Umfahrung haben das Referendum angekündigt.

Von Helene Arnet Zürich – Laut Baudirektor Markus Kägi (SVP) gibt es im Kanton kein Strassenbauvorhaben, das heftiger diskutiert und genauer untersucht und abgeklärt wurde als die Umfahrungsstrasse von Obfelden und Ottenbach. Sie wurde vor gut dreissig Jahren den beiden Säuliämtler Dörfern im Zusammenhang mit dem Bau der A 4 versprochen. Gestern löste der Kantonsrat dieses Versprechen ein: Mit 94 zu 74 Stimmen sprach er dafür 39,6 Millionen Franken. Der Bund hat seinerseits 25 Millionen zugesichert. Zu den dreissig Jahren Vorgeschichte reihte gestern der Kantonsrat nochmals zwei Stunden Diskussionen. Umstritten war nur die Umfahrung Ottenbachs. Die linken und die grünen Parteien plädierten für Rückweisung oder eine redimensionierte Vorlage. Die Umfahrung von Obfelden und die tiefer gelegte und teilweise überdeckte Strasse durch den Ortsteil Bickwil waren kaum Thema. Die Gegner wiesen darauf hin, dass der von den Planern berechnete Mehrverkehr nicht eingetroffen ist. Diese prognostizierten, dass nach der Eröffnung der Autobahn täglich über 10 000 Autos durch das Zentrum Ottenbachs fahren – es sind gut 5000. Monika Spring (SP, Zürich) sprach daher von einer «absurden Vorlage». «Erst mit dieser neuen Strasse wird der Verkehr so zunehmen, wie er vorausgesagt wurde.» Im Säuliamt und in den betroffenen Gemeinden wurde die Vorlage ebenfalls kontrovers aufgenommen, und so waren sich auch die regionalen Vertreterinnen und Vertreter im Kantonsrat nicht einig. Der Ottenbacher Gemeindepräsident Kurt Weber (FDP) sprach von einer «markant verbesserten Linienführung», und Jakob Schneebeli (SVP, Affoltern a. A.) betonte, dass im aargauischen Oberen Freiamt und im Seetal die Bevölkerungszahl rasant zunehme. «Es ist höchste Zeit, dass wir diese flankierende Massnahme realisieren.» Hans Läubli (Grüne, Affoltern a. A.) sprach dagegen von einem «völlig unnützen Strassenprojekt». Auch habe das Projekt den öffentlichen Verkehr beiseitegelassen. Moritz Spillmann (SP, Ottenbach) spitzte zu: «Der Aargau will Strassen, wir bauen und bezahlen sie für ihn.» Naturschutz und etwas Poesie Die Gegner verlangten, dass auf die Umfahrung Ottenbach verzichtet und mit dem Aargau eine Lösung gesucht werde, die den Verkehr auf einer Umfahrungsstrasse an Merenschwand vorbei auf die Reussbrücke bei Obfelden kanalisiere. Zudem sei dem Natur- und Landschaftsschutz sowie der Denkmalpflege mehr Rechnung zu tragen. Argumente, die in der Projektierungsphase auch von den entsprechenden kantonalen Fachstellen eingebracht wurden und zu verschiedenen Anpassungen geführt hatten. Anpassungen allerdings, welche Françoise Okopnik (Grüne, Zürich) zu wenig weit gehen. Blumig sprach die zurücktretende Parlamentarierin in ihrem letzten Votum im Kantonsrat vom Violetten Silberfalter und dem Kaisermantel, der im dortigen Flachmoor lebt. «Hier geht es nicht nur um Naturschutz, sondern auch um Poesie.» Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) fand, dass dem Umweltschutz genügend Rechnung getragen wurde. Und Carmen Walker Späh (FDP, Zürich) erklärte: «Die FDP ist grundsätzlich der Meinung, dass Dörfer und Städte umfahren werden sollten.» Schliesslich befürwortete der Kantonsrat mit 95 zu 74 Stimmen und mit einer Enthaltung die Vorlage so, wie sie der Regierungsrat und die Mehrheit der von Stefan Krebs (SVP, Pfäffikon) präsidierten Kommission für Planung und Bau vorgeschlagen hatten. Der Rückweisungsantrag einer Kommissionsminderheit wurde mit 98 zu 70 Stimmen abgelehnt. Auch der Antrag von Andreas Hasler (GLP, Illnau-Effretikon), auf die Umfahrung Ottenbach zu verzichten und den Kredit auf 28,5 Millionen zu reduzieren, scheiterte. IG bekämpft Projekt weiter Damit ist in Sachen Umfahrung Obfelden und Ottenbach der politische Entscheid gefallen – aber nicht der endgültige. Die Interessengemeinschaft «Erholen statt überholen» hat bereits das Referendum angekündigt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch