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Zwei Drittel fuhren zu schnell

7400 Autofahrer fuhren mit mehr als 50 Stundenkilometern durch Messen. Das entspricht 67 Prozent, und die stellen laut Polizei einen «unwahrscheinlichen» Rekord dar. Bussen gibts keine – gemessen wurde mit dem «Speedy».

11000 Fahrzeuge wurden am Ortseingang von Messen aus Richtung Mülchi von einem Geschwindigkeitsmessgerät der Gemeinde erfasst. Rund 7400 fuhren schneller als die hier erlaubten 50 Stundenkilometer. Das sind zwei Drittel. Für die Polizei eine «unwahrscheinliche» und gleichzeitig rekordverdächtige Zahl. Anders als die oft versteckten Radarkontrollen der Polizei, vor denen sich die Autofahrer gegenseitig warnen, zeigt das gut sichtbare Geschwindigkeitsmessgerät Speedy auf, wie schnell auf einem Strassenabschnitt tatsächlich gefahren wird. Viele Autofahrer wissen natürlich, dass ihnen von einem präventiven Messgerät keine Gefahr droht. Einzelne checken hier ihren Tacho. Der zeigt meistens 3 bis 5 Stundenkilometer zu viel an, um die Lenker vor Bussen zu schützen. 412 mit über 70km/h Am Ortseingang von Messen, also kurz nach der 50er-Tafel, wurde fünf Tage lang rund um die Uhr gemessen. Mit zwischen 50 und 60 Stundenkilometern waren 4550 Fahrzeuge (41 Prozent) unterwegs, zwischen 60 und 70 Stundenkilometer fuhren 2402 Lenker (22 Prozent). Und mit über 70 Stundenkilometern wurden 412 Fahrzeuge erwischt (4 Prozent). Das Geschwindigkeitsmessgerät Speedy wurde von den in der Initiative Limpachtal zusammengeschlossenen Berner und Solothurner Gemeinden angeschafft. Stationiert ist es zwischen den Einsätzen im Werkhof Bätterkinden. Laut Bernhard Witschi, Geschäftsführer der Initiative Limpachtal, verzichten mehrere Gemeinden auf eine Auswertung. Sie stellen das Gerät rein präventiv auf. «Unwahrscheinlich viel» Roland Ruch, Postenchef der für Messen zuständigen Kantonspolizei in Biberist, sagt: «Wenn wir Radarkontrollen machen, dann fahren meist nur zwischen 2 und 12 Prozent zu schnell.» Im Bucheggberg werde laut Ruch eher selten geblitzt, weil dort weniger Unfälle zu verzeichnen seien. Falls die Gemeinde Messen nun Massnahmen verlange, dann rücke die Polizei natürlich aus. Genaueres weiss man da, wo alle Radarkontrollen der Kapo Solothurn ausgewertet werden. Die zuständige Person will zwar nicht namentlich genannt werden, sagt aber nach fast 40 Dienstjahren: «67 Prozent sind unwahrscheinlich viel.» 22 Prozent habe die Polizei mal in Ichertswil gemessen. In Messen hätten nach den letzten Kontrollen je nach Zeit und Ort 2 bis 7 Prozent der Fahrzeuglenker eine Busse erhalten. «Speedy»-Geräte stimmen auf 3 Stundenkilometer genau, heisst es bei der Vertriebsfirma Bredar in Thörishaus. Viel könne man beim Aufstellen nicht falsch machen. Es könne höchstens sein, dass Fahrzeuge mehrfach gezählt würden, dies geschehe aber unabhängig von der Geschwindigkeit. Tacho überprüfen Wer nur den Tacho überprüfen will, kann dies beim TCS tun: Mitglieder zahlen 18, Nichtmitglieder 36 Franken. Wetten oder Rennen vor einem «Speedy» können übrigens durchaus sehr teuer werden – die Polizei stellt ihr Radargerät nämlich gelegentlich auch hinter einem «Speedy» auf. Robert Grogg>

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