Zum Hauptinhalt springen

Pornoproduzent brachte Frauen in Lebensgefahr

Das Bezirksgericht Winterthur will einen 35-jährigen Mann härter bestrafen. Er hatte in einem Club Frauen gefesselt, geknebelt und eingesperrt.

Bezirksgericht Winterthur: Staatsanwalt forderte 15 Monate sowie eine Geldstrafe.
Bezirksgericht Winterthur: Staatsanwalt forderte 15 Monate sowie eine Geldstrafe.
Steffen Schmidt, Keystone

Das Verfahren vor dem Bezirksgericht hätte gestern nur eine Formsache werden können, denn der 35-jährige Mann war geständig, Frauen gefährdet zu haben. Der Staatsanwalt beantragte dafür eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten sowie eine Geldstrafe. Vorgesehen war eine Verurteilung im abgekürzten Verfahren, der Beschuldigte war damit einverstanden. Das Gericht wollte ihn aber nicht so einfach davonkommen lassen. Die Vorwürfe seien zu gravierend. Es bestehe zudem der Verdacht, dass der Mann eine Persönlichkeitsstörung habe. Der Staatsanwalt muss deshalb von vorne beginnen.

Angezeigt worden ist der sehr korrekt wirkende Mann von einer Darstellerin, die er 2010 auf einem Bett festband. Diese «Disziplinierung» war zwar vereinbart worden. Doch statt nur für kurze Zeit verliess der Beschuldigte den Raum für vier Stunden. Weil sie gegen ihren Willen festgebunden blieb, zeigte die Frau ihn an. Die Dame habe das so gewollt, sagte der Beschuldigte gestern. Es tue ihm leid, wenn sie sich im Nachhinein anders entschieden habe. «Niemand soll leiden, der das nicht will.»

Rechtsmediziner am Anschlag

Das Anbinden war Teil eines Bestrafungssystems für Angestellte. Wer «nicht genügend Performance» brachte, konnte sich «freiwillig bestrafen lassen». Teil des Führungskonzeptes war auch, Mitarbeiterinnen in einen Käfig zu sperren.

Auf den Hauptteil der Anklagepunkte stiessen die Ermittler erst, als sie einige der 150 Filme sichteten, die der Beschuldigte produziert hatte. Sogar der Gutachter, ein Rechtsmediziner, konnte die Streifen «nur in sehr dosiertem Mass» ansehen. Er habe immer wieder Pausen machen müssen. Sein Urteil war aber klar: Es hätte böse enden können.

In mehreren Szenen wurden die Frauen ohnmächtig, weil sie über längere Zeit knien mussten oder an Armen und Beinen zusammengeschnürt waren. Eines der «Models» wurde in Kauerhaltung in einen Rollkoffer gepackt. Dies hätte zum Erstickungstod führen können. Oft flossen Tränen. «Die Frauen haben zwar freiwillig mitgemacht und wussten, um welche Art Filme es sich handelte. Dem Beschuldigten entglitt aber die Kontrolle über das Geschehen», sagte der Staatsanwalt. Der Mann habe das Leben anderer gefährdet.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch