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Aargauer Wirtschaft boykottiert Geri Müller

Dieses Jahr fällt das traditionelle Treffen des Badener Stadtrats mit Vertretern der lokalen Wirtschaft aus. Grund ist die Affäre Geri Müller.

Die Lokalwirtschaft will ihn nicht dabeihaben: Stadtammann Geri Müller verlässt das Stadthaus in Baden. (8. September 2014)
Die Lokalwirtschaft will ihn nicht dabeihaben: Stadtammann Geri Müller verlässt das Stadthaus in Baden. (8. September 2014)
Sigi Tischler, Keystone

Jeden Herbst trifft sich der Badener Stadtrat mit lokalen Wirtschaftsleuten zu einem Austausch. Dabei sind neben den Politikern jeweils Vertreter der Citycom Baden (Vereinigung von Gewerbetreibenden, Dienstleistungen und Ladengeschäften), der IG Dättwil (Gewerbetreibende) und der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK).

Letzte Woche hätte dieses Treffen stattfinden sollen. Es fiel allerdings ins Wasser, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt. Grund dafür ist offenbar, dass ein Teil der Wirtschaftsvertreter vom Stadtrat forderte, Geri Müller dürfe nicht bei der Begegnung dabei sein. «Wir haben dem Stadtrat früh signalisiert, dass für uns ein Treffen nur ohne Stadtammann Geri Müller infrage komme», sagt Michael Wicky von der Citycom Baden gegenüber der «Aargauer Zeitung». André Bauer von der IG Dättwil bestätigt diese Haltung: «Nur so können wir zeigen, dass wir dem Stadtammann die Unterstützung entziehen.»

Blockade zeichnet sich ab

Vor knapp drei Wochen hatte sich der Badener Stadtrat nach Abschluss einer Mediation entschieden, Stadtammann Geri Müller dessen Ressorts – mit Ausnahme des Standortmarketings – zurückzugeben, die er ihm zuvor im Zuge einer Nacktselfie-Affäre entzogen hatte. Der Badener Stadtrat stellte sich wieder voll hinter seinen Stadtammann – und sagte deshalb das Treffen mit den Wirtschaftsleuten von sich aus ab. Man sei zwar an einem konstruktiven Austausch interessiert und bedaure die Haltung der Wirtschaftsvertreter, sagt Kommunikationschefin Jacqueline Keller gegenüber der «Aargauer Zeitung». Doch: «Die Delegation des Stadtrates wird je nach Anlass vom Stadtrat bestimmt.» Man will sich also nicht unter Druck setzen lassen.

Auch die Wirtschaftsvertreter wollen nicht von ihrer Position weichen: Sofern sich an der Spitze des Stadtrates nichts ändere, werde es in den nächsten zwei Jahren zu keinem Austausch kommen, lassen Michael Wicky und André Bauer gegenüber der Zeitung durchblicken. Die dritte beteiligte Wirtschaftsorganisation, die Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK) hält sich übrigens heraus: Sie hat nach eigenen Angaben nie ein Fernbleiben Geri Müllers vom Treffen gefordert. Weil die jährliche Begegnung aber nur Sinn mache, wenn alle Delegationen teilnähmen, sehe man ebenfalls von einer Beteiligung ab.

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