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Biorender ist pleite

Die Banken drehen dem Unternehmen der Geldhahn zu. Die Stadt Winterthur hatte viel Geld in das Unternehmen investiert.

Machte aus Tierabfällen Gas: Die Münchwiler Firma Biorender.
Machte aus Tierabfällen Gas: Die Münchwiler Firma Biorender.
Keystone

Die Firma Biorender im thurgauischen Münchwilen ist zahlungsunfähig. Die einzige Fleisch-Vergärungsanlage der Schweiz bereitet die Anmeldung der Insolvenz vor, wie sie am Freitagabend mitteilte. Die Bilanz werde sie in den kommenden Tagen beim Bezirksgericht Münchwilen deponieren.

Dass die Firmenverantwortlichen das Handtuch werfen, kommt nicht unerwartet. Von Anfang an war der Betrieb vom Pech verfolgt. Aufgrund von technischen Problemen konnten teilweise gerade mal 30 Prozent der gewünschten Biogas-Mengen produziert werden.

Die Geldgeber sprangen nach und nach ab. Am Freitag nun hätten die Banken die Kontokorrent-Limiten blockiert, schreibt die Biorender. Ab sofort seien deshalb keine Zahlungen mehr möglich.

Wil und Winterthur bereits ausgestiegen

Die Stadt Wil SG habe seit dem 1. Juli 2013 den für die Defizitdeckung vereinbarten Deckungsbeitrag für das bezogene Biogas nicht mehr gezahlt, heisst es in der Mitteilung. Im November 2013 stieg die Stadt als Aktionärin aus.

Wil war mit 24,59 Prozent an der Biorender AG beteiligt. Ein ebenso grosses Aktienpaket halten die Städte Winterthur und St. Gallen. Kleinere Anteile besitzen zudem die Städte Schaffhausen, Flawil SG und Uzwil SG sowie Private.

Winterthur hat vor knapp zwei Wochen dem Vergärungs-Unternehmen den Geldhahn zugedreht: Das Stadtparlament lehnte es ab, sich langfristig zur Abnahme von Biogas - mit Aufpreis - zu verpflichten, wie es der Stadtrat beantragt hatte. Im November 2013 hatten die Winterthurer Stimmberechtigten einer Überbrückungsfinanzierung zugestimmt, die der Biorender Luft verschaffen sollte. Ihre Schwierigkeiten konnte die Firma aber dennoch nicht überwinden.

Was die übrigen Aktionäre - vor allem St. Gallen - nun tun werden, war am Freitag nicht zu erfahren. Und auch seitens der Biorender war keine weitere Stellungnahme erhältlich. Der Verwaltungsrat bedaure die Entwicklung ausserordentlich, heisst es in der Mitteilung.

SDA/ldc

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