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Entweder Französisch oder Englisch

Im Kanton Zürich wird eine Initiative lanciert, welche die Abschaffung einer zweiten Fremdsprache in der Primarschule fordert.

Kantonale Abstimmung lanciert: Ein Primarschüler lernt Frühenglisch. Foto: Gaetan Bally/Keystone
Kantonale Abstimmung lanciert: Ein Primarschüler lernt Frühenglisch. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Eine Gruppe von Lehrpersonen und Politikern lanciert im Kanton Zürich eine Initiative für nur eine Fremdsprache an der Primarschule. Mit der Unterschriftensammlung soll Anfang Juni begonnen werden. Das hat das Komitee am Donnerstag in Zürich bekannt gegeben.

Ziel der Initiative sei es, die Einführung der zweiten Fremdsprache besser zu staffeln und diese mit hoher Lektionendichte erst auf der Oberstufe einzuführen. Welche Fremdsprache an der Primarschule unterrichtet werden soll, lässt die Initiative offen. Der Regierungsrat müsse entscheiden, ob Französisch oder Englisch gestrichen werde.

Zwei Lektionen reichen nicht

Aufgegleist hat die Fremdspracheninitiative eine Gruppierung von Lehrern um den ehemaligen EVP-Bildungsrat und Sekundarlehrer Hanspeter Amstutz. Unterstützt wird das Begehren von den bildungspolitisch konservativen Gruppierungen Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM), Forum Kindgerechte Schule und der Gruppe Schule mit Zukunft.

Letztere hat 2006 im Kanton Zürich eine Abstimmung über das Frühfranzösisch erzwungen. Damals sprachen sich 60 Prozent der Stimmenden für Französisch an der Primarschule aus. Heute wird an den Zürcher Primarschulen Englisch ab der zweiten Klasse und Französisch ab der fünften Klasse unterrichtet.

Nach Ansicht des Initiativkomitees gelinge frühes Sprachenlernen nur unter ganz spezifischen Voraussetzungen. Und diese könne die Primarschule bei einem noch vertretbaren Aufwand nicht bieten. Viele Schülerinnen und Schüler kämen mit nur zwei Lektionen pro Woche und Fremdsprache auf keinen grünen Zweig. Sie verlören die Freude am Sprachenlernen und seien schon vor dem Übertritt in die Oberstufe demotiviert.

Erfolg wird überschätzt

Untersuchungen würden zeigen, dass der frühe Fremdsprachenunterricht, wie er heute stattfindet, nur sehr bescheidene Resultate bringe. Der Erfolg stehe in keinem Verhältnis zum geleisteten pädagogischen und finanziellen Aufwand. Der Vorsprung von Schülern mit Frühenglisch könne von Mitschülern ohne Englischvorkenntnisse innert weniger Monate auf der Oberstufe vollumfänglich aufgeholt werden.

Die Initianten fordern deshalb, eine stärkere Förderung im Fach Deutsch mit «modernem Realienunterricht» auf der Primarstufe. Mittelstufenkinder seien an spannenden und sprachlich bereichernden Themen aus Geschichte, Geografie und Naturwissenschaften weit mehr interessiert als am Lernen von zwei Fremdsprachen.

Eine ähnliche Initiative kommt im Kanton Nidwalden zur Abstimmung. Dort entscheiden die Stimmberechtigten am 8. März darüber, ob die Primarschüler neben Englisch weiterhin Französisch lernen sollen. Lanciert wurde die Initiative von der SVP.

SDA/nla

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