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Grosse Zweifel am Motiv Ehrenmord

Der Fall scheint klar: Die Tötung der 16-jährigen Swera durch ihren Vater im Mai 2010 in Höngg war ein Ehrenmord. Der Psychiater entwirft ein anderes Bild der Tathintergründe. Heute beginnt der Prozess.

Der Mordfall von Höngg im Zürcher Obergericht: Der Verurteilte und die Staatsanwaltschaft fechten das Urteil an.
Der Mordfall von Höngg im Zürcher Obergericht: Der Verurteilte und die Staatsanwaltschaft fechten das Urteil an.
Keystone
Das Zürcher Bezirksgericht: Hier wurde der Vater der 16-jährigen Swera am 17. April 2012 zu 17 Jahren Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt.
Das Zürcher Bezirksgericht: Hier wurde der Vater der 16-jährigen Swera am 17. April 2012 zu 17 Jahren Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt.
Jvo Cukas
Die Überbauung Rütihof in Höngg – in der Nacht auf Dienstag, 11. Mai 2010, wurde die Ruhe im Quartier gestört.
Die Überbauung Rütihof in Höngg – in der Nacht auf Dienstag, 11. Mai 2010, wurde die Ruhe im Quartier gestört.
Markus Heinzer, Newspictures
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«Ehrenmord schockte die Schweiz», hiess es in den Medien, nachdem die Anklageschrift veröffentlicht worden war. Swera, vom Vater am 10. Mai 2010 mit 19 Beilhieben getötet, habe sterben müssen, weil sie sich nicht mehr nach seinen «archaischen Wert- bzw. Grundvorstellungen verhielt, welche den hiesigen gesellschaftlichen Lebensformen widersprachen». Sie habe sich in Freundeskreisen bewegt, die ihm nicht gepasst hätten, habe einen Freund gehabt, geraucht und sich nicht immer nach seinen Vorstellungen gekleidet. Fazit: Sie habe «durch dieses Verhalten seine Ehre und diejenige der Familienangehörigen in Pakistan beschmutzt».

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