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«Es werden Albaner von überall in den Letzigrund anreisen»

Kosovo gegen Albanien heute Abend in Zürich: Was erwartet Arsim Hyseni, der Präsident des FC Kosova Zürich?

«Die Stimmung auf den Rängen wird grandios»: Arsim Hyseni. Foto: Michael Sieber
«Die Stimmung auf den Rängen wird grandios»: Arsim Hyseni. Foto: Michael Sieber

Beginnen wir mit einer Prognose: Wird das Spiel heute langweilig?

Langweilig? Wie kommen Sie denn darauf?

Die Albaner und die Kosovaren sind brüderlich verbunden und keine Rivalen. Einer schrieb auf Facebook, dass wäre, als ob er gegen sich selber boxen würde.

Natürlich ist es etwas anderes, wenn die Schweiz gegen Deutschland spielt. Oder andere Länder, die sich rivalisierend gegenüberstehen. Trotzdem ist das heute ein spannendes sportliches Kräftemessen. Und vor allem das erste offizielle Länderspiel zwischen Kosovo und Albanien. Das hat eine Bedeutung für die ganze Region.

Für welches Team werden Sie heute mitfiebern?

Für Kosovo. Auch wenn mein Herz generell für die Albaner schlägt, egal, ob sie aus Serbien, Mazedonien, Montenegro oder Kosovo kommen. Ich sehe da grundsätzlich keinen Unterschied. Man kann also auch sagen: Egal, wer auf dem Feld gewinnt. Mit dem Match gewinnen alle Albaner, unabhängig davon, in welchem Land sie leben.

Warum soll sich ein Schweizer das Spiel anschauen?

Es wird eine grandiose Stimmung geben auf den Rängen. Letzte Woche schon waren die Hälfte der insgesamt 24'000 Tickets verkauft. Es werden Albaner aus Deutschland und Österreich anreisen. Und dann gibt es auch noch fast ein Dutzend Spieler auf dem Feld, die in der Schweiz spielen oder hier die Ausbildung absolvierten.

Ist diese Verbindung der Länder der Grund, warum dieses Spiel in Zürich stattfindet?

So genau weiss ich es nicht. Es macht aber Sinn, das Spiel in Zürich auszutragen, da es hier in der Gegend viele Leute gibt, die es sich ansehen werden.

Dann geht es auch um den Volksfestcharakter auf den Rängen?

Ganz bestimmt, ja.

Sie sind geschäftlich mit Pristina verknüpft. Wie blickt man dort dem Spiel entgegen?

In Pristina, wo ich letzte Woche war, ist es Gesprächsthema Nummer eins. Wie die Stimmung in Tirana ist, weiss ich nicht. Für Albanien ist es sicher weniger bedeutend als für Kosovo.

Werden die Spieler von Kosovo die albanische Hymne mitsingen?

Auf jeden Fall. Das war schon bei den letzten, inoffiziellen Länderspielen der Fall. Auch die meisten Zuschauer im Stadion werden die albanische Hymne singen.

Und auf dem Platz wird Albanisch gesprochen.

Auf dem Platz, ja. Doch im Training ist die Sprache Englisch, das habe ich am Sonntag beim Training der Kosovaren miterlebt. Wegen Trainer Bernard Challandes. Und da die meisten Spieler Söldner sind, sprechen sie Englisch.

Kann man die Fans auf den Rängen überhaupt unterscheiden?

Nein, das ist schwierig. Es gibt ja auch nur sehr wenige Albaner aus Albanien in der Schweiz. Die meisten hierzulande kommen aus Kosovo. Weil sich die ­Kosovaren aber als Albaner sehen, wird man auf den Rängen die Fahnen beider Länder sehen. Wie man in Kosovo selber auch die Fahnen beider Länder überall sieht.

Viele Spieler aus Kosovo und aus Albanien haben sich in den Ligen Europas etabliert. Woher kommt dieser Erfolgshunger?

Es gibt sehr viel Fleiss und sehr viel Willen unter den Albanern. Wir haben den Kampf quasi im Blut. Dazu kommt, dass viele junge Männer und auch deren Familien im Fussball eine Chance sehen, um das Land zu verlassen. Das ist ja nicht allen möglich in Kosovo.

Mit wem werden Sie heute ans Spiel gehen?

Mit einigen Mitarbeitern, ein paar Leuten vom FC Kosova in Zürich und mit der Familie. Ich treffe heute noch den Präsidenten des kosovarischen Verbandes, Fadil Vokrri.

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