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Zwei Kräne hieven Zug auf Schienen zurück

Zwischen Schwerzenbach und Nänikon-Greifensee entgleiste in der Nacht auf Samstag eine S-Bahn. Verletzt wurde niemand, die Bergungsarbeiten waren aufwendig.

Aufwendige Bergungsaktion: Der aufgebotene Kran im Einsatz. (Bild: Markus Heinzer, Newspictures)
Aufwendige Bergungsaktion: Der aufgebotene Kran im Einsatz. (Bild: Markus Heinzer, Newspictures)

Aus unbekannten Gründen ist in der Nacht auf Samstag zwischen Schwerzenbach ZH und Uster ZH eine S-Bahn entgleist. Die 125 Fahrgäste blieben unverletzt. Es entstand Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken.

Die Strecke war bis Samstagabend 21 Uhr gesperrt, anschliessend wird sie eingleisig befahrbar sein. Man hoffe, dass sie bei Betriebsbeginn am Montagmorgen wieder zweispurig befahrbar sei, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig am Samstagnachmittag zur Nachrichtenagentur sda. Das sei aber erst eine «grobe Prognose».

Passagiere verlassen Zug selbständig

Zur Entgleisung war es in der Nacht auf Samstag etwa um 01.20 Uhr zwischen Schwerzenbach und Nänikon-Greifensee gekommen. Die Nacht-S-Bahn war um 01.02 Uhr pünktlich von Zürich HB ausgefahren in Richtung Pfäffikon SZ. Gemäss Fahrplan verlässt sie Schwerzenbach um 01.16 Uhr.

Die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken und einem nächtlichen Marsch davon: Laut Ginsig konnten alle den Zug selbstständig verlassen. Sie wurden zum nächsten Bahnhof begleitet. Verletzt wurde niemand.

Auf der Strecke zwischen Schwerzenbach und Uster auf der Linie Zürich HB–Wetzikon ZH waren in der Folge Ersatzbusse im Einsatz. Die Züge der S-Bahn-Linien 5, 9, 14 und 15 wurden umgeleitet oder fielen auf der Teilstrecke aus.

Bergung dauert mehrere Stunden

Die gesamte vierteilige Zugskomposition war aus den Schienen gesprungen. Um die Lok und die drei Wagen wieder auf die Gleise zu hieven, mussten zwei Kräne aufgeboten werden. Der eine konnte von der Strasse neben der Bahnlinie aus arbeiten, wie Ginsig erklärte. Der andere musste über den Schienenweg gebracht werden, um die beiden hinteren Wagen neu «aufzugleisen».

Die Bergung dauerte mehrere Stunden. Am späten Nachmittag stand die gesamte Komposition wieder auf dem Gleis. Dann wurde der Zug in einer so genannten «Notfahrt» von der blockierten Strecke in eine der Unterhaltsanlagen gefahren, welche die SBB in Zürich und in Oberwinterthur betreibt.

Zuerst musste laut Ginsig aber die Fahrtüchtigkeit jedes einzelnen Rades kontrolliert werden. Wo sie nicht gegeben war, wurde ein Hilfsrad angebracht.

Gleisarbeiten angekündigt

Die Schienen an der Unfallstelle waren auf einer Länge von mehreren Metern beschädigt. Woher diese Defekte kommen, ob sie Ursache oder Folge der Entgleisung waren, klären die Kantonspolizei Zürich und die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (Sust) ab.

In ihren Briefkästen hatten Anwohner dieser Tage einen Brief der SBB gefunden, in dem nächtliche Gleisarbeiten ab dem 24. Februar bis in den Sommer hinein angekündigt waren. Ob es irgendeinen Zusammenhang mit der Unfallstelle gibt, konnte Ginsig nicht sagen.

SDA/chk/wid/mw

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