Zum Hauptinhalt springen

Spuhler fordert «Köpferollen bei den VBZ»

Bei der Trambeschaffung der VBZ soll es laut einem Bericht Unregelmässigkeiten gegeben haben. Siemens und Stadler Rail verlangen nun eine Neuausschreibung des Projekts.

«Wir sind doch keine Bananenrepublik!»: Peter Spuhler an einer Medienorientierung in einer Montagehalle in Altenrhein. (15. April 2014)
«Wir sind doch keine Bananenrepublik!»: Peter Spuhler an einer Medienorientierung in einer Montagehalle in Altenrhein. (15. April 2014)
Steffen Schmidt, Keystone

Beim geplanten 350 Millionen Franken teuren Kauf von 70 Zürcher Trams soll es zu Unregelmässigkeiten gekommen sein. Das berichtete die Fernsehsendung «Rundschau» am Mittwoch mit Verweis auf einen geheimen Untersuchungsbericht. Dieser kommt zum Schluss, der Anbieter Bombardier werde von den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) bevorteilt, zuungunsten der Mietbieter Stadler Rail, Siemens und CAF.

Gegenüber mehreren Schweizer Zeitungen äussert Peter Spuhler nun heftige Vorwürfe an die VBZ. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» sagt er: «Wenn das stimmt, ist das ein Skandal, wie ich ihn in 26 Jahren im Bahngeschäft noch nie erlebt habe.» Als Arbeitgeber mit 3000 Mitarbeitern in der Schweiz so etwas im eigenen Land zu erleben, sei unglaublich, sagt Spuhler und fordert: «Es braucht jetzt ein unabhängiges Gremium oder eine PUK, welche diese Ausschreibung untersucht und aufzeigt, was geschehen ist.» Sollte die Punktevergabe an die Anbieter tatsächlich den effektiven Evaluationen zuwiderlaufen, müssten «bei den Verantwortlichen der VBZ Köpfe rollen». Gegenüber der «NZZ am Sonntag» doppelt Spuhler nach: «Wir sind doch keine Bananenrepublik.»

Abbruch der Submission und Neuausschreibung gefordert

Auch Siegfried Gerlach, Chef von Siemens Schweiz, kündigt rechtliche Schritte an für den Fall, dass die Vorwürfe stimmen und Bombardier dennoch den Auftrag erhalten sollte. Siemens-Schweiz-Chef Siegfried Gerlach sagt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Das Gutachten zeigt offenbar, dass es Unregelmässigkeiten gab. So etwas kann doch nicht wahr sein in der Schweiz. Wenn trotzdem eine Vergabe erfolgen sollte, die wir nicht nachvollziehen können, werden wir die Möglichkeit eines Rekurses prüfen.»

Spuhler und Gerlach verlangen nun den Abbruch der Submission und eine Neuausschreibung. Das durch den Fernsehbericht teilweise publik gewordene Gutachten eines Winterthurer Büros hatte der Verkehrsrat des Zürcher Verkehrsverbunds in Auftrag gegeben, weil er gewisse Schlüsse im Vergabeverfahren der VBZ überprüfen wollte. Da der Kanton über den Verkehrsverbund die Trams mitfinanziert, wollte er sich mit dem Bericht ein Bild verschaffen. Angeblich sollen die VBZ den Anbieter Bombardier als Lieferanten der neuen Kompositionen auserkoren haben, mit teils fragwürdigen Bewertungen des Angebots, wie der Bericht darlegte.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch